Informatica nimmt Anlauf für das Rennen nach der Durststrecke

Management

Hersteller von Analyse-Tools wirbt mit neuem Konzept und aktuellen Zahlen

Die Informatica Corporation, kalifornischer Hersteller von Analyse- und Datenintegrationsprodukten, hat ihre Produktpalette komplettiert und neu geordnet. Zeitgleich hat das Unternehmen seine Zahlen für das dritte Quartal bekannt gegeben.

Demnach konnten die Kalifornier heuer mit 47,6 Millionen Dollar einen leicht gestiegenen Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal verbuchen. Allerdings ist das Ergebnis negativ ausgefallen. Der Verlust belief sich auf 17,3 Millionen Dollar – eine deutliche Verbesserung vom Verlust über 27 Millionen Dollar im Vorjahresquartal.

20 Prozent des Umsatzes fließen in die Software-Entwicklung, erläutert Matthew Goldsbrough, Marketing Director in Europa. Einen Namen hat sich das Unternehmen zunächst mit der Datenintegration gemacht. Mit den entsprechenden Produkten beansprucht Informatica unter Berufung auf Erhebungen von IDC mittlerweile einen Marktanteil von mehr als 32 Prozent.

Mittlerweile bietet Informatica aber auch Software für das Data Warehousing und für Business Intelligence an. Als besonderes Kennzeichen hebt Goldsbrough hervor, dass sich die Module als komplette Lösung verwenden lassen, aber auch in Kombination mit Fremdprodukten. Zum Beispiel setzt das Online-Auktionshaus Ebay sowohl Informatica-Analyse-Tools ein als auch die Werkzeuge des Konkurrenten Business Objects.

Darüber hinaus bietet Informatica nun applikationsbezogene Lösungen an – für Supply-Chain-, Personalwesen- und Finanzanalysen sowie Auswertungen im Bereich Customer Relationship Management (CRM).

Bei der Neustrukturierung der Produkte hat das Unternehmen unter anderem sein Analyse-Werkzeug Analytic Server in Power Analyzer umbenannt. Das Produkt soll nicht nur preisgünstiger als andere sein, sondern auch mehr zur Produktivität in den Anwenderunternehmen beitragen. Nach Erkenntnissen von Goldsbrough liegen die Vergleichspreise pro Arbeitsplatz um die 3000 Dollar und höher. Die eigenen Produkte begännen bei 500 Dollar pro Arbeitsplatz.

Zudem sollen mit der Informatica-Software rund 90 Prozent aller Auswertungen vom Endanwender erstellt werden können. Zur Hilfe gibt es beispielsweise Benutzer- und vordefinierte Analysepfade. Für die fehlenden Berichte werde ein Super-User oder Programmierer gebraucht, so der Vertriebsmann. Zum Beispiel habe sich Ebay auf der Grundlage des Analyse-Tools eine Java-Anwendung erstellen lassen, die eine Balanced Scorecard ermöglicht.

Optional ist eine Komponente für den mobilen Nutzer zu bekommen. Diese ermöglicht nicht nur Abfragen und Ausgabe über Personal Digital Assistants (PDAs), sondern auch eine Sprachabfrage und -ausgabe.

Business Intelligence ist nur zu 30 Prozent die eigentliche Analyse, sagen Experten. Der Löwenanteil des Aufwands stecke im Backend, in der Datenintegration und im Data Warehouse.

Das Informatica Warehouse gliedert sich nun in vierzehn themenspezifische Module, die separat erhältlich sind. Zum Beispiel gehören in den Bereich Supply Chain Managment die Module Planung, Beschaffung, Inventar und Qualität. Diese Komponenten, bei anderen Herstellern auch als Data Marts bezeichnet, sollen nahezu “schlüsselfertig” sein, so der Anbieter, und damit dem Anwender ersparen, alle Warehouse-Komponeneten selbst zu entwickeln.