Datenmissbrauch ist bei deutschen Onlineshops gang und gäbe

Management

Ist der “gläserne Verbraucher” schon längst Realität?

Bei den fünf umsatzstärksten Onlineshops in Deutschland kommt es regelmäßig zu massiven Verstößen gegen den Datenschutz. Das ist das erschreckende Ergebnis einer Untersuchung des Instituts für interaktive Medien. Das Institut untersuchte im September die Onlineshops Amazon, Otto, Bol, Tchibo und Quelle – und entdeckte Bedenkliches.

So werden etwa laut der Studie bei Amazon, Bol und Tchibo ohne Einwilligung der Kunden Informationen über das Kaufverhalten gesammelt, gespeichert und weiter verwendet – und das, obwohl laut Gesetz der Kunde zunächst sein Einverständnis geben müsste. Bei Otto und Quelle hingegen wird auf die Erstellung von Nutzerprofilen verzichtet.

Außerdem fanden die Experten heraus, dass bei allen fünf Angeboten die Hinweise zum Datenschutz auf der Website nur schwer zu finden sind. Der Leiter des Instituts für Interaktive Medien, Mathias Groß, ist entsetzt: “Der Kunde wird erst nach einem Labyrinth der Clicks informiert.” Auch hier schreibt das Gesetz vor, dass die Hinweise deutlich erkennbar sein müssen.

Für den hamburgischen Datenschutzbeauftragte Hans-Hermann Schrader ist das Ergebnis der Untersuchung einigermaßen bedenklich: “Der gläserne Kunde wird immer mehr zur Realität – denn niemand weiß, ob die Firmen die Kundenprofile weitergeben oder nicht.”