ERP-Systeme lernen sprechen

Management

Frag die Maschine …

Wer wünscht sich schon, mit einem Enterprise-Resource-Planning-System (ERP) zu sprechen? Die Green AG aus Weinstadt geht jedenfalls davon aus, dass genügend Kunden und Geschäftspartner im B2B- und B2C-Geschäft genau das tun wollen.

Das Softwarehaus hat auf der Grundlage der Clarity-Spracherkennungssoftware eine Lösung entwickelt, die ERP-Programme mit einem Sprachportal verknüpft. So kann beispielsweise die Produktauswahl und die Bestellannahme direkt in den betriebswirtschaftlichen Anwendungen des Anbieters per Telefon erfolgen.

Einen Prototypen hat das Weinstädter Unternehmen bereits erstellt. Dieser soll nun jeweils auf Kundenbedürfnisse angepasst werden.

Die Systeme verstünden komplette Sätze, teilt der Hersteller mit. Der Kunde kann beispielsweise fragen: “Ist dieser Artikel schon lieferbar?” Das System gibt innerhalb einer Sekunde die korrekten Antworten – in gesprochener Sprache: “Dieser Artikel ist lieferbar. Er kostet 99 Euro. Wollen Sie ihn bestellen?”

Grundlage der Kommunikation ist ein Variantengenerator, der das ERP-System mit Möglichkeiten zur Erstellung und Auswahl von Produktvarianten ausstattet. Der Variantengenerator verfügt zudem über ein integriertes CAD-System. Mit diesem lassen sich die spezifischen Fertigungsdaten an die Produktion gegebenenfalls direkt an die NC-Maschinensteuerung übergeben.

Dem Generator nachgeordnet ist ein Katalogisierungssystem. Dieses kann die verschiedenen Varianten unter anderem im Internet präsentieren. Ein zugehöriges elektronisches Bestellwesen generiert die Order und erledigt die Produktkalkulation.

Als Zielgruppe für die Vermarktung seiner Web- und Voice-Anwendung sieht Green vor allem Hersteller und Anwender mittelständischer ERP-Systeme. Davon gibt es in Deutschland etwa 80. Explizit nennt Green die Anbieter Baan, Brain, Softengine und Navision.