Copyright: Microsoft wird pragmatisch

Management

Kritik aus der Medienindustrie

Unter dem Druck von Kritikern hat Microsoft auf die Einführung eines Copyright-Schutzsystems für künftige Versionen des Betriebssystems Windows XP verzichtet.

Ursprünglich hatte Microsoft vorgehabt, die Software so zu bestücken, dass damit aufgenommene DVD-Videos verschlüsselt abgespeichert werden sollten. Dann hätten sie nur auf dem Rechner abgespielt werden können, auf dem der betreffende Datenträger auch aufgenommen worden sei, berichtet die New York Times.

Der heftige Protest von Verbraucherschützern habe nun Microsoft von seinen Plänen abrücken lassen: Jetzt werden diese Aufnahmen auch auf anderen als dem ursprünglichen Computer sowie ab Jahresende auch auf normalen DVD-Playern abspielbar. Auch sei es jetzt möglich, die Aufnahmen über elektronische Netze auszutauschen.

Nach wie vor wird die Software allerdings das Copy Generation Management System unterstützen. Damit lässt sich in Videos, die von Fernsehsendern übertragen wurden, eine Aufnahmesperre einbauen. Diese funktioniert allerdings nur bei DVD-Brennern; Videorekorder können die Filme nach wie vor aufzeichnen.

Nach Auffassung der Filmindustrie öffnet Microsofts Rückzieher “der Piraterie Tür und Tor”. “Wenn ich eine digitale Kopie habe, die auf einem Microsoft-PC erstellt worden ist, kann ich sie über das Internet an 10 000 meiner Lieblingsfreunde verschicken”, schimpfte Medien-Mogul Scott Dinsdale über die Limitierungen des Systems.

HP dagegen, auf deren PCs die Media-Center-Software ab November vorinstalliert sein wird, zeigte sich mit Microsofts Einlenken zufrieden. Das Unternehmen will die Maschinen in den USA noch vor Weihnachten auf den Markt bringen.