Fachverlage bitten online zur Kasse

Management

Die meisten fahren mit Internet-Angeboten Gewinne ein

Das elektronische Publizieren gehört in diesem Jahr zum Standard in fast allen deutschen Verlagen. Schon heute betrachten einer Umfrage zufolge zwei Drittel von ihnen Kosten und Erlöse ihrer elektronischen Produkte als ausgewogen oder gewinnträchtig. In zehn Jahren erwarten über 80 Prozent sogar deutliche Gewinne. Wer sich ein eignes Bild machen möchte, kann sich auf der Systems-Parallel-Veranstaltung Münchner Medientage umhören.

Diese Erkenntnis veröffentlichte nun der Sprecher des Arbeitskreises Elektronisches Publizieren (AKEP) im Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Arnoud de Kemp. Er stellte auf der Buchmesse Frankfurt eine aktuelle Branchenumfrage vor. Demnach setzen vor allem Fach- und Wissenschaftsverlage immer stärker auf bezahlten Content.

Den elektronischen Büchern aber, räumt de Kemp wenig Chancen ein. “Bücher am Bildschirm zu lesen ist keine angenehme Sache”, begründete er die mangelnde Akzeptanz.

Darüber hinaus machte der Arbeitskreissprecher darauf aufmerksam, dass vor kurzem eine internationale Registrierungsagentur für die Identifizierung und Nachverfolgung elektronischer Aufsätze im Internet ins Leben gerufen wurde. Diese hat den Sitz in Washington und vergibt elektronische Registrierungsnummern. Die sind mit den ISBN-Nummern bei Büchern vergleichbar. Die Nummern können bei der Bestellung und Identifizierung hilfreich sein. Laut de Kemps tragen bereits 1,5 Millionen wissenschaftliche Aufsätze eine solche Nummer, die Digitale Objekt-Indentifizierung (DOI).

Der Arbeitskreis Elektronisches Publizieren wurde 1992 gegründet. Heute arbeiten über 600 Mitglieder in dem Arbeitskreis des Börsenvereins mit.

Nicht jeder dürfte dem positiven Bericht über die Einkünfte für Online-Medien Glauben schenken. Wer sich ein differenzierteres Bild machen möchte, kann sich etwa auf den Münchener Medientagen informieren. Diese finden in räumlicher Nähe und nahezu zeitgleich zur Systems statt.

So diskutieren am Donnerstag von 16:00 bis 17:30 Uhr im Rahmen “Forum Zeitung: Neue Chancen für Verlage” Experten zur Fragestellung “Unternehmen Internet: Cash Cow – oder doch nur Marketing-Plattform?”