Mobile-Payment: Paybox sieht Mobilfunkallianz nicht als gefährliche Konkurrenz

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Der Markt reicht für mehrere Player

Schon seit längerem bemühen sich große Mobilfunkunternehmen um einen einheitlichen Standard für das Bezahlen per Handy. Auch T-Mobile und Vodafone haben es sich zum Ziel gesetzt, dem Mobile-Payment weltweit zum Durchbruch zu verhelfen. Medienberichten zufolge hat man nun angeblich erste Partner gefunden. Telefonica und Orange wollen sich diesem Projekt anschließen, heißt es in der Financial Times.

Größter Konkurrent Paybox bleibt gelassen, gleich aus mehreren Gründen: “Bisher gab es immer nur Ankündigungen und Gespräche”, kommentiert Unternehmenssprecherin Anja Stolz die jüngsten Meldungen. Viel sei seitens der Konkurrenz noch nicht geschehen, meint Stolz. Außerdem führe man selbst Gespräche mit großen Playern in der Telco- und Bankenbranche. Partnerschaften seien wichtig. Welche das eventuell bald sein könnten, wollte die Unternehmenssprecherin allerdings nicht verraten.

Auch T-Mobile und Vodafone hüllen sich in Schweigen. Nur soviel ist bekannt: Die Gespräche mit Telefonica und Orange befinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium. Das Geschäft scheint lukrativ: Die Mobilfunkanbieter versprechen sich vom Bezahlen per Handy zusätzliche Umsätze. Eine Studie des Marktforschungsinstituts Frost & Sullivan prognostiziert dem Mobile-Payment allein in Europa ein Marktvolumen von 25 Milliarden Euro. Das ist vorstellbar, wenn man bedenkt, dass allein der Viererbund T-Mobile, Vodafone, Telefonica und Orange zusammen mehr als 220 Millionen Kunden und damit potenzielle Nutzer der “Handy-Geldbörse” haben. Laut T-Mobile und Vodafone sollen möglichst alle Mobilfunkunternehmen in den neuen Standard eingebunden werden

Doch auch diese Ankündigung lässt Paybox nicht nervös in die Zukunft blicken: “Wir haben europaweit in fünf Ländern insgesamt 750 000 registrierte Nutzer, zwei Jahre Erfahrung und eine Technologie, die sich bisher bewährt hätte, brüstet sich der Anbieter. Und: “Der Markt ist groß genug. Bis zu drei Player könnten sich den Mobile-Payment-Kuchen teilen, sagt Stolz. Initiativen, die das Bezahlen per Internet vorantreiben, würden daher begrüßt, heißt es aus dem Unternehmen.

Seit wenigen Tagen schon können Vodafone-Kunden in Deutschland bereits Rechnungen bis zu 10 Euro per Handy bezahlen. “Mobiles Bezahlen mit M-Pay wird den Durchbruch für den Mobile Commerce schaffen”, zeigt sich Michael Paetsch, Marketingchef von Vodafone D2, überzeugt. Als typische Beispiele für Leistungen, die per Vodafone M-Pay bezahlt werden können, nennt Paetsch personalisierte Informationen, exklusive Nachrichten, Finanz- und Börseninformationen, aber auch mobile Inhalte wie Klingeltöne, Bildschirmschoner, Spiele oder Software. Darüber hinaus sei M-Pay auch für die Abrechnung von Recherchen in Online-Archiven oder Datenbanken geeignet.

Während die Unternehmer bereits von klingenden Kassen träumen, sind Analysten skeptisch. Zu groß ist noch immer die Sorge vor Missbrauch und zu jung die Technologie für die Handy-Geldbörse.

silicon meint: Keine Frage, dass es praktisch ist, weltweit oder zumindest europaweit per Handy zu bezahlen. Wäre da nicht das ewige Problem Sicherheit. Die Kunden sehen bekanntlich überall Gefahren lauern. Allianzen sind eine gute Lösung: Denn je mehr große Unternehmen gemeinsam hinter Mobile-Payment stehen, desto glaubwürdiger wird es für die Nutzer. Die Besten werden damit letztendlich auch gut Geld verdienen. Irgendwann in ein paar Jahren jedenfalls.