Neuer Betrugsverdacht bei E-Bay

Management

Bessere Kontrolle ist angesagt

Etwa 150 Kunden des Internet-Auktionshauses Ebay sind nach einem Bericht der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung durch einen Betrüger um ihre Ware geprellt worden. Das Unternehmen geht von einem Schaden in Höhe von mindestens 100 000 Euro aus. Sprecher Joachim Guentert bestätigte dem Blatt, dass es sich nach jetzigem Kenntnisstand um einen “größeren Betrug” handle. Dem Täter sei “hohe kriminelle Energie” zu unterstellen.

Der Täter hat sich nach Unternehmensangaben zunächst bei Internet-Auktionen mit preiswertem Modeschmuck positive Beurteilungen durch Ebay-Kunden erschlichen. Dann habe er unter verschiedenen Identitäten teure Geräte zum Kauf angeboten – gegen Vorkasse. Für die Flachbildschirme, Digitalkameras, Notebooks und Handys “wurde wie wild geboten”, ließ sich Marc Kühl, der Hamburger Anwalt mehrerer Betroffener, zitieren. Kühl hält sogar ein Schadensvolumen von bis zu 500 000 Euro für möglich. Das Berliner Landeskriminalamt ermittle. Der Fall sei aus Sicht von Ebay “sehr bedauerlich”, sagte Unternehmenssprecher Guentert.

Dieser Fall ist allerdings nicht der erste. Weltweit haben bereits mehrere Betrugsfälle nach identischem Muster für Aufsehen gesorgt. Da sich die Betreiber von Internet-Auktionshäusern weitgehend aus den Geschäftsbeziehungen zwischen Bieter und Käufer heraus halten wollen, verfügen sie auch über keine Kontrolle über die Seriosität. Erst wenn die Kunden die Behörden einschalten, kommen die Betrügereien ans Licht.