Das Open-Source-Framework Eclipse geht in die zweite Runde

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…mit einklinkbaren Repositories

In der Hauptsache gibt es fünf Neuerungen bei der neuen Version 2.0 des Entwicklungs-Frameworks Eclipse: Fremdsprachenunterstützung, Support der Java-Entwicklungsumgebung 1.4, zusätzliche Entwicklungsplattformen, Erleichterungen für Behinderte sowie die Möglichkeit, Repositories als Plug-ins in die Umgebung einzuklinken.

Eclipse ist eine Open-Source-Community, die unter der Federführung von IBM ins Leben gerufen wurde. Nach Angaben des Herstellers hat IBM Technik und Support im Wert von 40 Millionen Dollar investiert.

Das Projekt richtet sich an Entwickler, die Softwarewerkzeuge erstellen. Im Kern besteht das Eclipse-Framework aus Grundfunktionen, die jeder Entwickler benötigt, wie Editor, Debugger, Team-Support, Help-Funktionen und ein Widget-Set.

Die Tools, die sich an diese Plattform andocken lassen, sind in Java programmiert, eignen sich aber nicht zwangsläufig zur Programmierung von Java-Anwendungen. Einige Eclipse-Mitglieder erstellen sogar Entwicklungsumgebungen für die Dotnet-Plattform, erläutert Tad Siminitz, Technology Evangelist und zuständig für die Entwicklung von Websphere-Tools auf der Basis von Eclipse. Er fügt hinzu: “Das hatte IBM ganz bestimmt nicht im Sinn, als das Unternehmen das Projekt initiierte.”

Mittlerweile zählt die Eclipse-Site, von der sich auch Version 2.0 kostenlos herunterladen lässt, mehr als 1,8 Millionen Downloads von Nutzern in 125 Ländern. Außerdem gibt es bereits mehr als 35 Produkte, die mit Hilfe des Frameworks entstanden sind. Sie finden sich etwa in den Entwicklungsumgebungen von Rational, QNX Software Systems, Macromedia, MKS, Versant und Parasoft.

Die jetzt aktuelle Version bietet die Möglichkeit, Repositories von Intervowen, Merant, Minerva, Rational, Serena, Starbase und Telelogic einzubinden. Während bislang nur Windows- und Linux-Betriebssysteme unterstützt wurden, können Programmierer nun auch Solaris, AIX und HP-Unix als Entwicklungs-Plattform verwenden.

Die Unterstützung des Java Development Kits (JDK) 1.4 soll im Wesentlichen die Effektivität der Entwicklung erhöhen. Zum Beispiel ermöglicht ein so genanntes Hotswap, dass aufgetretene Codierfehler sich sofort korrigieren lassen, ohne dass das Programm erst komplett abgearbeitet wurde.

Eine Erleichterung für Seh- oder Körperbehinderte soll die Möglichkeit bieten, anstelle einer Maus oder eines Zeigegeräts die Tastatur zu benutzen. Schließlich sorgt die Fremdsprachenunterstützung für mehr Komfort. Die Übersetzungen in neuen verschiedenen Sprachen – Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Brasilianisch, Chinesisch, Koreanisch, Japanisch und Taiwanesisch – lieferte IBM. Darüber hinaus lassen sich auch Tools leichter integrieren, die Sprachen benutzen, die von rechts nach links gelesen werden, wie Hebräisch oder Arabisch.