Icann macht Druck auf Verisign

Management

Telefonnummer des Domaininhabers? 123 123 1234 …

Verisign, einer der weltweit größten Registrare und Verwalter von Internetdomains, bekommt Ärger mit der Internet-Verwaltung Icann. Die “Internet Corporation for Assigned Names and Numbers” droht, dem Unternehmen die Lizenz zur Vergabe von .com-, .net- und .org-Domains zu entziehen, sollte sich Verisign nicht gewissenhafter um seine Nutzerdatenbank kümmern.

In insgesamt 17 Fällen, die die Icann zitiert, hatten Internetnutzer Domain-Namen registriert und dabei gar keine oder offensichtlich unsinnige Angaben zu Anschrift und Telefonnummer gemacht. Die Icann verpflichtet die Registrare in ihren einschlägigen Vereinbarungen darauf, solche Fälle innerhalb von 15 Tagen zu korrigieren und die Registrierung zurückzunehmen.

Vor allem bei juristischen Streitfällen um Urheberrechtsverletzungen oder andere Straftatbestände sind die Behörden darauf angewiesen, einen verantwortlichen Ansprechpartner genannt zu bekommen. Während das bei Domains, die im Ausland gehostet werden, schon sehr schwierig ist, will die US-Justiz nun offenbar wenigstens bei den Inländern verwertbare Angaben in die Hand bekommen und macht Druck auf die gemeinnützige Icann-Organisation.

Verisign-Sprecher Brian O’Shaughnessy verteidigte die Arbeit seines Unternehmens mit dem Hinweis darauf, dass Verisign insgesamt 10,3 Millionen Domains verwalte. “Natürlich nehmen wir das Problem ernst, aber bei 17 Fällen kann man doch nicht von einer Schlamperei sprechen.”

Icann selbst verwaltet die Top-Level-Domains (TLDs) .info und .biz. Die weltweit rund 150 weiteren Registrare stehen wie Verisign unter der Aufsicht der Icann.