Top und Flop: die neue Führungsriege

Management

Das E-Business auf der Suche nach ehrlichen und zuverlässigen Chefs

Die Zeiten, in denen vor allem in der Internet-Economy die CEOs lediglich recycelt wurden, um sie nach noch so verheerenden Fehlern erneut einem Führungsposten zuzuführen, sind vorbei. Da sind sich Analysten verschiedener Provenienz einig. Als Prototyp des Top-Managers gilt ihnen der IBM-Chef Sam Palmisano.

Als die New Economy boomte, machte es fast gar nichts, ein Unternehmen zu ruinieren. Im Gegenteil: ein Fehlschlag dieser Kategorie schien den verantwortlichen Unternehmenslenkern geradezu Glaubhaftigkeit und Charisma zu verleihen.

Inzwischen sieht das ein wenig anders aus. Insbesondere nach den Enron- und Worldcom-Skandalen sei vor allem die Wirtschaft in den USA verzweifelt auf der Suche nach neuen verantwortlichen uns ehrlichen Führungskräften, schreibt die US-Publikation E-Commerce-Times.

Doch auch in deutschen Konzernen sind gute Führungsqualitäten stärker gefragt. In der Mitarbeiterzeitschrift des Siemens-Konzerns betont etwa Zentralvorstand Peter Pribilla, dass heute die Auswahl von Führungskräften sorgfältiger erfolge. Für Spitzenpositionen gebe es nun stets eine Liste von zehn bis zwölf Kandidaten mit klarem Profil.

Neu sei zudem, dass Konsequenzen gezogen würden, wenn die Führungsqualitäten nicht stimmten, sowohl hinsichtlich des Geschäftserfolgs, aber auch im Blick auf die soziale Kompetenz. Schließlich suchten sich gute Mitarbeiter gute Chefs aus.

Eine weitere Beschreibung des idealen Managers für das E-Business fällt dennoch schwer. Andrew Bartels, Analyst beim Beratungs- und Marktforschungsunternehmen Giga Group versucht es: “Es sind die selben Dinge, die einen guten Unternehmenschef und einen guten E-Business-Boss ausmachen”. Dazu zählt er das Verständnis für die Bedeutung von Marketing und Kunden-Service aber auch erstklassige Management-Fähigkeiten.

Definitiv out sind die charismatischen Jungspunde, die Visionen hatten und Versprechungen machten. Gefragt seien dagegen Vision und eine starke Verhaftung in der Praxis, sagt etwa Mike Goodman, Analyst bei der Yankee Group. Der Wunsch nach Kontinuität lasse den Respekt vor Führungspersönlichkeiten wie Palmisano wachsen, so die Maktbeobachter.