Bertelsmann will Online-Buchhandel loswerden

Management

Verhandlungen mit Amazon laufen schon

Ewald Walgenbach, der neue Chef der Direct Group Bertelsmann, will sich nach einem Bericht des Manager Magazins von dem verlustreichen Internetbuchhändler BOL trennen. Bertelsmann verhandle bereits mit dem weltweit größten Internethändler Amazon über den Verkauf.

Trotz massiver Investitionen habe BOL weltweit nicht an den Erfolg von Amazon anknüpfen können, heißt es in dem Bericht. Tatsächlich zählt das Unternehmen zwar weltweit als die Nummer zwei hinter Amazon, schreibt aber Verluste. Im vergangenen Jahr lief ein Minus von 30 Millionen Dollar auf. Der Umsatz von Bol.com betrug im gleichen Zeitraum 90 Millionen.

Trotzdem konnte das Unternehmen durchaus seine Unternehmensziele erfüllen. In den Niederlanden und Skandinavien schnitt der Online-Händler, der neben Büchern auch Musik anbietet, sogar besser ab als erwartet.

Chef der Direct Group er bislang Klaus Eierhoff gewesen. Nach dem Weggang von Thomas Middelhoff ersetzte ihn der neue Bertelsmann-Chef Gunther Thielen durch Walgenbach, der unter Middelhoff als leitender Geschäftsführer tätig war.

Er sieht die Zukunft vom Online-Verkauf offenbar eher bei den Buchclubs angesiedelt. Diese tragen ohnehin rund 90 Prozent zum 3,8 Milliarden-Dollar-Umsatz der Direct Group bei.

So steht neben BOL auch das Joint-Venture Barnesandnoble.com zur Disposition, heißt es in dem Bericht weiter. Dieses Unternehmen unterhält Bertelsmann zusammen mit Barnes & Noble – dem größten Filial-Buchhändler der USA. Ein Kauf von BOL würde die Marktposition von Amazon besonders in Europa noch einmal deutlich stärken.