Doubleclick übt sich in Glasnost

Management

Juristisches Hickhack um Datenschutz vorerst beendet

Der Online-Werbevermarkter Doubleclick hat sich mit den Generalstaatsanwaltschaften von insgesamt zehn US-Bundesstaaten auf einen Vergleich geeinigt und damit seine lang andauernden Rechtsstreitigkeiten über Daten- und Verbraucherschutz im Internet beendet. Das weltweit markführende Unternehmen betont zwar, keinen Rechtsverstoß einzugestehen, will aber auf Druck der Justiz allen Online-Nutzern Einblick in die gesammelten Datenbestände geben.

Auslöser für eine Untersuchung der US-Handelsaufsicht Federal Trade Commission sowie für eine Reihe von Gemeinschaftsklagen gegen die Firma waren die Pläne Doubleclicks, die Datenbestände des aufgekauften Direktmarketing-Unternehmens Abacus Direct mit seinen eigenen Datenbankbeständen zu verschmelzen. Verbraucherschützer in den USA erreichten mit ihrer Kritik, dass Doubleclick die Pläne einfror. Zu groß war die Empörung darüber, dass Erkenntnisse über das individuelle Online-Nutzungsverhalten direkt mit personenbezogenen Daten in Verbindung gebracht werden könnten.

Mit einem noch zu entwickelnden ‘Cookie Viewer’ sollen die Verbraucher nun Einblick nehmen können, welche Informationen über das Surf-Profil ihres Rechners angelegt wurden. Aufgrund der bisher besuchten Sites versucht Doubleclick nämlich, genau die Bannerwerbung auf den Bildschirm zu werfen, die am ehesten die Interessen des Nutzers treffen könnten.