Amerikaner verklagen Fax.com wegen Werbemüll

Management

Bei über 2 Billionen Dollar schlagen die Emotionen hoch

Der amerikanische TK-Dienstleister Fax.com wird mit einer Schadenersatzklage in Rekordhöhe konfrontiert. Mehrere Organisationen aus dem US-Bundesstaat Kalifornien fordern wegen millionenfacher Belästigung mit Werbefaxen vor Gericht insgesamt 2,2 Billionen Dollar von dem Unternehmen, seinem Provider sowie von den Fax.com-Kunden.

“Das Recht auf freie Meinungsäußerung endet vor meiner Haustür”, so ein Vertreter der Kläger zur Begründung. “Es ist untersagt, meine Privatsphäre derart zu verletzen und meine Ressourcen für die Verteilung von Werbebotschaften zu missbrauchen.”

Mehrere Krankenhäuser haben die Klage von Beginn an unterstützt, weil Fax.com gleichzeitig mehrere Hundert Anschlüsse mit automatisierten Anrufen oder Fax-Sendungen blockierte, so zum Beispiel im University of Washington Medical Center. An diesen Vorfällen machen die Kläger deshalb ihren Vorwurf fest, Fax.com gefährde durch seine aggressiven Methoden letztendlich auch Menschenleben.

Das Unternehmen weist die Vorwürfe weit von sich, sie seien “unbegründet und absurd”, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. Aber auch die US-Aufsichtsbehörde FCC hatte schon zuvor eine Schadenersatzzahlung von 5,38 Millionen Dollar empfohlen, weil Fax.com mit Millionen unverlangter Werbebotschaften die Faxgeräte der Verbraucher blockiere. In keinem vergleichbaren Fall hatte die Behörde eine ähnlich hohe Summe genannt.