Peer-to-Peer-Tauschbörsen unschuldig an CD-Umsatzeinbruch

Management

Universal, Sony und Co. einfach zu unflexibel

Die Umsatzeinbrüche der Musikindustrie sind nicht durch Online-Musiktauschbörsen wie Napster, Kazaa oder Morpheus verursacht worden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Marktforschungsagentur Forrester.

Gerade diejenigen, die sich überdurchschnittlich viele datenkomprimierte Musikstücke auf den PC laden, würden heute nicht weniger CDs kaufen als noch vor einigen Jahren, heißt es in der Untersuchung. Rund 1000 Verbraucher mit Online-Zugang hat das Unternehmen in den USA dafür befragt.

Den großen Musikverlagen geben die Beobachter von Forrester eine Reihe von Empfehlungen mit auf den Weg, die sie unter dem Begriff “Musik-Grundrechte” (Music Bill of Rights) zusammenfassen:

– Unabhängig vom Verlag sollten die Inhalte online verfügbar sein.

– Die Vervielfältigung für private Zwecke auf CD-Rohlinge und MP3-Brenner muss für den Endverbraucher legal sein.

– Neben Abonnement-Diensten, wie sie derzeit bereits Pressplay, Musicnet, Fullaudio und E-Music anbieten, sollte es auch für den Konsumenten die Möglichkeit geben, die digitalen Inhalte einer CD oder auch nur eines einzelnen Musikstücks zu erwerben.

So lange Musikkonzerne wie Sony, Universal, EMI oder BMG diese Notwendigkeiten nicht erkennen, würden die Umsätze weiter schrumpfen, sagen die Marktforscher. In den vergangenen beiden Jahren musste die Industrie einen Rückgang um 15 Prozent hinnehmen.

Für das Jahr 2005 rechnet Forrester dagegen mit einem rasanten Aufschwung des digitalen Musikvertriebs. Zwei Jahre später könnte dieser Bereich bereits 17 Prozent des Gesamtgeschäfts ausmachen und einen Umsatz von weltweit 2,1 Milliarden Dollar bringen.

Welche technischen Kopierschutzverfahren diese Entwicklung ermöglichen sollen, darüber machen die Forrester-Experten allerdings keinerlei Aussagen. Bisher sind alle Projekte für firmeneigene oder branchenübergreifende Mechanismen zur Abwehr von Content-Piraterie am Eifer der hackenden Gemeinde kläglich gescheitert.