Paid Content funktioniert nicht überall

Management

Medien dürfen sich keine Hoffnungen machen

Die Internet-User sind vor allem bereit für Downloads von Software zu bezahlen. Nach einer Untersuchung der Universität Karlsruhe zum Zahlungsverhalten im Internet hat jeder zweite User schon einmal für Inhalte aus dem Web bezahlt. Bereitwillig zahlen die User demnach für heruntergeladene Software, dagegen immer noch kaum für Nachrichten oder Bilder im Web. Ganze Geschäftsmodell-Platagen aus den Dotcom-Zeiten zerplatzten an dieser Einsicht.

Immer noch 62 Prozent der User versuchen zuerst über die “Hintertüre” gratis zu der bezahlten Ware zu kommen. Wenn der Download dann doch kostenpflichtig ist, verzichten rund 15 Prozent der Internetnutzer darauf. Von den anderen sind nur zehn Prozent mit den bezahlten Downloads zufrieden und sehen überhaupt keine Probleme beim herunterladen und bezahlen von Waren via Internet.

Die Mehrzahl jedoch sieht vor allem bei der Qualität die Haupthindernisse für die Downloads. 53 Prozent der Befragten nennen fehlerhafte oder virenverseuchte Daten als Problem. Rund die Hälfte der User von kostenpflichtigen Webinhalten sieht Schwierigkeiten bei der Reklamation und bei der Vertrauenswürdigkeit des Anbieters.

Im Allgemeinen hängt die Zahlungsbereitschaft jedoch vor allem von den angebotenen Gütern ab. Während die meisten Internetnutzer für heruntergeladene Software oder Musik zahlen würden, sind nur 16 Prozent der Umfrageteilnehmer bereit, für Nachrichten im Web Geld ausgeben. Noch geringer ist die Bereitschaft mit elf Prozent, für Bilder aus dem Web in die Tasche zu greifen. Online-Medien dürften sich demnach, was Paid Content betrifft, noch immer nicht so recht Hoffnungen machen. Als Gegenbeispiel dafür steht aber das Wall Street Journal an den Ufern des Hudson River, das seit Jahren mit einem solchen Web-Konzept erfolgreich ist.