Amazon wegen Urheberrechtsverletzung verklagt

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Online-Retailer findet Trost in wachsenden Umsätzen im internationalen Geschäft

Der Onlinehändler Amazon.com steht wegen illegaler Geschäfte am Pranger: Wie das Wall Street Journal (WSJ) berichtet, haben Amazon und 15 seiner Partnershops Bilder, deren Copyright dem von Bill Gates gegründeten Bildarchiv “Corbis” gehören, ohne offizielle Genehmigung verkauft. Corbis, die Fotos und Bilder gegen Lizenzgebühren verkauft, hat Amazon deshalb jetzt wegen Verstoß gegen das Urheberrecht verklagt.

Bei der nicht lizenzierten Ware handelt es sich hauptsächlich um Fotos von Prominenten aus Film, Musik, Sport und Fernsehen. Bill Curry, Sprecher von Amazon, erklärte, dass sich Amazon nicht über eine Copyright-Verletzung im Klaren war. Weiterhin argumentierte das Online-Versandhaus, dass die Copyright-Verletzungen von den Partnern und nicht durch Amazon direkt verursacht worden seien. Das Unternehmen willigte dennoch ein, die entsprechenden Bilder umgehend von der Website zu nehmen.

Corbis fordert trotzdem bis zu 150.000 Dollar Schadenersatz für jedes einzelne missbräuchlich verwendete Bild. Auch Amazons Beteuerungen, die verantwortlichen Händler von seiner Verkaufsplattform zu verweisen, konnte Corbis nicht von einer Klage abbringen. Der Fall liegt nun im U.S. District Court von Seattle. In seiner Anzeige weist Corbis darauf hin, dass Amazon eine zentrale Rolle beim Reproduzieren, Präsentieren und Verkaufen des missbrauchten Materials spiele.

Derweil kann sich Amazon über gute Geschäfte freuen: Am Dienstag gab das Unternehmen bekannt, dass seine internationalen Umsätze derzeit wesentlich stärker zunehmen als die in den USA. Der internationale Vertrieb sei allein im ersten Quartal dieses Jahres um 68 Prozent gestiegen und mache damit gegenwärtig etwa ein Drittel des gesamten Umsatzes aus. Amazon geht hinsichtlich dessen davon aus, dass der steil anwachsende internationale Absatz die US-Umsätze bis zum Jahr 2005 einholen wird.