Peoplesoft fährt schweres Kaliber auf gegen feindliche Übernahme

Management

Insiderwissen gefragt

Mit einem ehemaligen Verbündeten Oracles hat der Softwarekonzern Peoplesoft nun einen Anwalt gefunden, der im Ärgern von Konzernen erfahren ist und bislang auch erfolgreich war: Gary Reback ist der Spitzenverteidiger, der gegen Microsoft angetreten war, als Oracle in direktem Wettbewerb zu den Redmondern stand, und nun Peoplesoft vor der feindlichen Übernahme durch Oracle schützen soll. Mit vermutlich nützlichen Informationen dazu in der Tasche.

Der 57-Jährige hatte 1995 verhindert, dass Microsoft den Softwareanbieter Intuit übernehmen konnte. Seine Arbeit trug laut einer Meldung des Wall Street Journal auch dazu bei, dass der Staat USA schließlich die Kartellrechtsklage gegen Microsoft einreichte. Zwar war er nicht direkt im Auftrag von Oracle tätig gewesen, aber er hatte Ankläger, beziehungsweise Zeugen vertreten, die den Vorwurf untermauert hatten, Microsoft sei Inhaber eines Monopols am Markt.

Dasselbe Argument werde Reback nun gegen Oracle auspacken, heißt es. Er sagte: “Dasselbe Drehbuch. Dasselbe Stück. Andere Schauspieler.” Und weiter: “Genauso wie Bill Gates es versteht, seine Marktmacht auf dem Desktop auszubauen, versteht es Larry Ellison, die seine im Backoffice zu vergrößern.”

Wenn man Charles Philips, Vice President bei Oracle und vormaliger Morgan Stanley-Analyst, glauben darf, geschieht dies genau jetzt durch Zukauf. Lieber die Konsolidierung selbst am Markt vorantreiben, als dabei zusehen, wie es andere tun – so lautete die Essenz seiner am Dienstag auf der Oracle-Appsworld gehaltenen Rede.