RIAA eröffnet die Hatz auf Musik-Raubritter

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Großfahndung mit Folgen im Internet

Die RIAA macht ihre mehrfache Drohung wahr: Nach einer kurzfristigen Ankündigung startet der Verband Recording Industry Association of America nun die massiven Verfolgung von Internetanwendern, die Musiktitel unerlaubt online austauschen. Demnach werden sich bald unzählige Tauschbörsianer vor Gericht verantworten müssen.

Diese Razzia der Musikindustrie ist der bisher größte Angriff gegen Einzelpersonen in der Geschichte des Internets. Auch Pädophilie-Skandale hatten kleinen so massiven Justizapparat in Bewegung gebracht, wie es nun die RIAA fordert. Mithilfe von Scanner-Programmen sollen innerhalb weniger Wochen möglichst viele Download-Partner mit Name und Adresse identifiziert und auf bis zu 150 000 Dollar pro freigegebenem Song verklagt werden können. Auch vor Minderjährigen werde nicht Halt gemacht, teilte die RIAA mit.

Erst durch einen Gerichtbeschluss, der vor kurzem von einem US-Berufungsgericht gefällt wurde, ist der technisch schon lange realisierbare Spionage-Angriff auf PC-Nutzer brauchbar geworden: Nach dem Gerichtsbeschluss müssen Anbieter von Internetzugängen persönliche Daten ihrer Kunden herausgeben, wenn der Verdacht auf Copyright-Verletzung begründet werden kann.

Cary Sherman, Präsident des Branchenverbands der Musikindustrie erklärte die Aktion so: “Wir müssen jetzt handeln, andernfalls würde sich das Problem immer mehr verschlimmern.” Das Vorgehen solle der Musikindustrie vor allem weitere Einnahmenverluste in Millionenhöhe ersparen, die der kostenlose Austausch von CDs im Internet mit sich bringe.