Preiserhöhung für Peoplesoft? – “Never say Never”

Management

Ellison macht ernst

Was anfangs von einigen als reiner Versuch gesehen wurde, die J. D. Edwards-Übernahme (JDE) zu stoppen, entpuppt sich nun doch noch als eine ernsthafte Übernahmestrategie des ERP-Konzerns Peoplesoft durch das Software-Unternehmen Oracle. Denn Oracle-Chef Larry Ellison schließt eine weitere Erhöhung des Angebots für Peoplesoft nun nicht mehr aus. Seine Formulierung auf die Frage nach einem erneut nachgebesserten Angebot lautete auf der Hausmesse Oracle Appsworld in London: “Lasst es mich mit James Bonds Worten sagen: Sag niemals Nie!”

Er räumt damit eines der ganz entscheidenden Hindernisse für die Peoplesoft-Entscheider aus dem Weg, die das anfängliche, umstrittene Angebot als “lächerlich” bezeichnet hatten. Auch die zweitgrößte Sorge, dass Oracle die vielfach eingesetzten Peoplesoft-Produkte auslaufen lassen könnte, entkräftete Oracle bereits mit der Zusage, “bis ins nächste Jahrzehnt” solche Suiten und Module nicht nur zu vertreiben und zu pflegen, sondern auch selbst weiter zu entwickeln – sollte die Übernahme gelingen.

Auch die Bedingung, die JDE-Übernahme rückgängig zu machen, die zu starker Eile bei der Integration der beiden Softwareunternehmen geführt hatte, um Fakten zu schaffen und Oracle den Happen zu versalzen, steht so nicht mehr. Ellison sagte, die bezüglich JDE aufgestellte Bedingung sei so wie gehabt nicht mehr Bestandteil des Übernahmeangebots. Konkret wurde er hierbei nicht.

Der Konzernchef zeigte sich aber zuversichtlich, dass das jetzige Angebot von 6,3 Milliarden US-Dollar von der Mehrheit der Peoplesoft-Aktionäre angenommen werde. Ursprünglich hatte Oracle nur 5,1 Milliarden US-Dollar geboten, vergangene Woche aber das Angebot von 16 auf 19,50 US-Dollar je Peoplesoft-Aktie aufgestockt. Beide Male lehnte die Peoplesoft-Führung die Offerte ab.