Genossenschaftliche IT-Dienstleister fusionieren

Management

Radikales Stellenstreichen

Die Fusionswelle bei den IT-Dienstleistern in Deutschland rollt ungebremst weiter. Schon Anfang kommenden Monats wollen die beiden genossenschaftlichen Unternehmen Fiducia und RBG, die Rechenzentrale der Bayerischen Genossenschaftsbanken, zusammengehen. Dabei sollen Einsparungen vor allem über einen Abbau von Arbeitsplätzen erzielt werden.

Damit würde es neben der GAD, die für Rheinland-Pfalz und Norddeutschland zuständig ist, nur noch einen weiteren IT-Dienstleister für die Volks- und Raiffeisenbanken und deren angeschlossene Unternehmen in Deutschland geben. Während die RBG-Gesellschafter nach einem Bericht des Manager-Magazins bereits in der vergangenen Woche einer Fusion zugestimmt haben, entscheiden die zuständigen Gremien bei der Karlsruher Fiducia an diesem Mittwoch. Das neue Unternehmen soll unter Fiducia IT AG firmieren.

Über die kommenden fünf Jahre sei mit Synergieeffekten von 80 Millionen Euro zu rechnen, zitiert das Magazin den künftigen Marketing-Chef der Fiducia IT. In diesem Zeitraum sollen 1000 der 3500 Stellen abgebaut werden. Standorte würden dabei dennoch nicht geschlossen, heißt es.

Während die bayerische RBG mit Sitz in Aschheim bei München im vergangenen Jahr mit 780 Mitarbeitern rund 200 Millionen Euro Umsatz machte, brachte es die Fiducia mit 2800 Angestellten auf 487 Millionen Euro Umsatz. Die beiden Dienstleister kooperieren in einzelnen Bereichen schon seit sechs Jahren.

Wie stark der Kosten- und Konsolidierungsdruck im Bereich der genossenschaftlich organisierten Geldinstitute derzeit ist, haben die Banken mehrfach deutlich gemacht: Nachdem aus SGZ-Bank und GZB die GZ Bank wurde, schloss sich diese wiederum vor zwei Jahren mit der DG Bank zur DZ Bank zusammen. Seit rund einem Monat ist nun eine Fusion mit der WGZ-Bank im Gespräch.

Auch wenn sich die Institute oft auf die gleichen IT-Dienstleister stützen, dürfte der Aufwand für die IT-Experten bei einer Fusion erheblich sein.