Sapphire: SAP lässt Service-Manager vom Stapel

Management

Auch neue Suiten-Versionen können noch mehr

Neue Umsatzpotenziale will der Softwarekonzern SAP AG den Geschäftskunden aus gehobenem Mittelstand und Großunternehmen erschließen. Dafür hat das Unternehmen auf der internationalen Kundenkonferenz “Sapphire 2003” entscheidende Erweiterungen von SAP Service Management angekündigt. Eine eigens eingerichtete Abteilung innerhalb des Konzerns soll unmissverständlich das Engagement der SAP hierfür unterstreichen.

Damit seien Unternehmen in der Lage, ihre komplette Servicepalette profitabler, flexibler und skalierbarer zu organisieren. Die Software identifiziere die wichtigsten Kunden und straffe so kooperative Prozesse der Service-Wertschöpfungskette. Damit könnten Unternehmen neue Serviceleistungen entwickeln, ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen und Wachstumschancen ausschöpfen.

SAP Service Management basiert auf der Technologieplattform SAP Netweaver und nutzt die erweiterten Funktionen der neuen Versionen von mySAP Supply Chain Management (mySAP SCM), mySAP Customer Relationship Management (mySAP CRM), mySAP Product Lifecycle Management (mySAP PLM) und mySAP Supplier Relationship Management (mySAP SRM).

Theo Kitz, Industrieanalyst in der Research-Abteilung der Privatbank Merck Finck & Co, nahm gegenüber silicon.de eine Einschätzung vor: “Soweit ich das als Nicht-Techniker beurteilen kann, handelt es sich bei SAP Service Management Software um eine Erweiterung der Front-Office-Funktionen in den Service-Bereich (Kundendienst, Ersatzteilbeschaffung, Wartung und so weiter) für SAP-Kunden mit dem Ziel, deren Return on Investment zu steigern und ihnen Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Dies ist in der gegenwärtigen schwachen Nachfragesituation ein entscheidendes Verkaufsargument für Softwarehersteller.”

Kitz weiter: “SAP Service Management ist ein Teil von SAPs Strategie, die bestehenden Software-Module auszubauen und neu zu kombinieren und macht von daher Sinn. Das Umsatzpotential ist jedoch schwer abzuschätzen, da SAP Service Management als Teil einer Software-Suite verkauft wird und in der Regel darin eingebunden ist.”

In dasselbe Horn stößt Sid Snitkin, Vizepräsident der Beratungsgesellschaft ARC Advisory Group: “Aufgrund enger Budgets und schwieriger Bedingungen im Neukundengeschäft konzentrieren sich Firmen zunehmend auf ihren Kundenstamm. Dafür müssen sie ihr Serviceangebot ausbauen.” Er setzt hinzu: “Profitabilität in diesem Geschäft erfordert effiziente Geschäftsprozesse, die skalierbar und flexibel sind, um ein schnelles Agieren zu ermöglichen. Bisher wurde in Informationstechnologie für Service Management wenig investiert und so können Unternehmen dieses Geschäftspotenzial nur begrenzt ausschöpfen. SAP hat ihr Branchenwissen und die Erfahrung im Service Management in ein umfassendes Lösungsangebot umgesetzt, das die Anforderungen zahlreicher Industriezweige trifft.”

SAP Service Management besteht aus vier strategischen Komponenten, die Funktionen aus SCM, CRM, PLM und SRM umfassen. Das Angebot kombiniert Prozesse für das Ersatzteilgeschäft, die Wartung von Anlagegütern, und den Kundendienst mit der Service Management-Lösung der SAP zu einer Komplettlösung.

Mit der Gründung eines neuen Geschäftsbereiches für Service Management unterstreicht SAP ihr Engagement für diesen Geschäftszweig: “Serviceleistungen wurde traditionell immer nur als Kostenfaktor gesehen”, erläutert Dieter Rafalsky, Senior Vice President für den Geschäftsbereich Service Management bei SAP. “Innovative Unternehmen haben mittlerweile das Potenzial des Servicegeschäfts als vielversprechende Einnahmequelle und strategischen Umsatzträger erkannt. SAP Service Management verschafft Unternehmen nicht nur klare Wettbewerbsvorteile, sondern ermöglicht eine nahtlose Integration aller Prozesse. Damit verringern Unternehmen den Druck, ihre Produktprofitabilität ständig steigern zu müssen – ein wichtiger Aspekt für den wirtschaftlichen Erfolg.”