DVDs zerstören sich selbst

Management

Disney sucht neue Marktchancen

Der amerikanische Unterhaltungskonzern Disney wird in einem ersten Testlauf ab August DVDs verleihen, die sich nach 48 Stunden selbst zerstören sollen. Damit können sich die Kunden den erneuten Besuch in der Videothek zur Rückgabe des Films sparen.

Flexplay Technologies hat dafür ein chemisches Verfahren entwickelt: Die DVD ist zunächst mit einem roten Überzug beschichtet, den der Laserstrahl des Abspielgeräts durchdringen kann. Aber schon nach Öffnen der Vakuumverpackung setzt ein Prozess ein, in dem der Luftsauerstoff die Beschichtung nach zwei Tagen vollständig schwarz gefärbt hat. Die DVD kann nicht mehr gelesen werden und ist ein Fall für die Mülltonne.

Allerdings könne die DVD innerhalb des Zeitfensters kopiert werden, räumt Disney ein. Möglicherweise wird bei einer breiten Markteinführung auch noch ein Kopierschutz hinzugefügt – im Testlauf ist er noch nicht vorgesehen.

Disneys Home-Entertainment-Sparte Buena Vista erhofft sich darüber hinaus die Möglichkeit, Filme auch in Supermärkten und anderen Einzelhandelsgeschäften zu niedrigen Leihgebühren zu vertreiben. Dort wäre es zu aufwändig, Einrichtungen für die Rücknahme von DVDs vorzuhalten.

Ähnliche Versuche gibt es in den USA bereits mit Filmen in digitaler Form. Nach einer festgesetzten Zeit sollen die Inhalte ebenfalls nicht mehr verwendbar sein. Bisher sind aber mögliche Manipulationen wohl nicht sicher zu verhindern.