Spam-Versender muss bluten

Management

ISPs hoffen, dass der Prozess-Knüppel Wirkung zeigt

Der amerikanische Internet Serviceprovider Earthlink ist vor Gericht erneut erfolgreich gegen einen Spam-Versender: Der angeklagte Howard Carmack wurde zu einer Schadenersatzzahlung von 16,4 Millionen Dollar verurteilt.

Carmack hatte sich illegal Zugang zu Mail-Accounts von Earthlink-Kunden verschafft und dabei auch erspähte Kreditkartennummern genutzt. Für den Versand von schätzungsweise 825 Millionen Mails verwendete er täglich neue Absender-Adressen, um sich zu tarnen, so die Erkenntnis während des Prozesses.

Schon im vergangenen Jahr konnte Earthlink, die Nummer drei auf dem US-Markt, eine Schadenersatzforderung über 25 Millionen Dollar durchsetzen, AOL erstritt die Summe von insgesamt 6,9 Millionen Dollar gegen eine Reihe von Spam-Versendern.

Die ISPs hoffen, mit diesen Musterprozessen die immer zahlreicheren Versender von nervtötender Werbung abzuschrecken. Jüngste Studien haben gezeigt, dass der größte Teil der ‘Junk Mails’ von nur wenigen Dutzend Anbietern weltweit stammen.

Die Flut von unverlangt verschickten Werbemails wird immer größer und auch für die Unternehmen zu einem schnell wachsenden Problem. Der Anti-Spam-Spezialist Brightmail hat allein im April sieben Millionen Spam-Aktionen festgestellt. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Zuwachs um 61 Prozent.