HP hat die Nase vorn im On-Demand-Computing

Management

“Datenzentrum aus dem LKW” offenbar beliebt

Auf dem Weg zum Real-Time-Enterprise, wie es Marktforscher wie Gartner und Meta Group bewerben, hat sich unter den drei Top-Anbietern mittlerweile der Sieger herausgestellt: Hewlett-Packard (HP). Noch vor dem IT-Riesen IBM und dem Netzwerkkonzern Sun Microsystems sollen die integrierten Datenzentrumslösungen nach der Idee einer “organisch aufgebauten IT” aus der Fiorina-Company in der Kundenbeliebtheit oben stehen. Zu diesem vorläufigen Ergebnis kommt das Marktforschungsunternehmen Yankee Group aus Texas.

Für die Anbieter von so genannter “gebrauchsfertiger IT” kann das aber nur eine erste Zwischenbilanz sein. Yankee-Analyst Frank Gillett hat schließlich einen pragmatischen Ansatz für seine Untersuchung gewählt und die tatsächlich gelieferten Systeme weltweit durchgezählt. Demnach habe HP die beste Roadmap-Realisierung bei den Produkten für Server-Bereitstellung und Speicher-Virtualisierung.

Allerdings, so Gillett in einer Mitte April veröffentlichten Research Note, müsse sich der Listenführer vor dem Verfolger in acht nehmen. “Die Marktpräsenz von IBM dürfte schwer zu bekämpfen sein,” so Gillett. HP müsse sich gar darauf vorbereiten, den Spitzenplatz bereits im nächsten Jahr an IBM abzutreten.

Auch wenn Big Blue derzeit wegen einer hochkomplexen, umfassenden Produktstrategie etwas über die eigenen Füße stolpere und sich die einzelnen Produktgruppen erst neu formieren müssten, werde der Angriffsplan von IBM schließlich auch im Server-Provisioning aufgehen. Gillett: “IBMs Top to Bottom-Einsatz für eine On-Demand-Umgebung inklusive aller Produkte, die noch dieses Jahr zu haben sein werden, wird das Unternehmen zum Standard-Anbieter für ‘IT auf Abruf’ machen.”

Dem dritten Anbieter, Sun, bescheinigt der Analyst einen “etwas abgeschlagenen” Platz. Um in einer weltweiten Kundengruppe Aufsehen zu erregen und nicht nur bei den Sun-gebundenen Solaris-Anwendern, müsse der Entwickler der “N1”-Strategie “seinen Solaris-Stolz schlucken und ein Angebot präsentieren, das in heterogenen IT-Umgebungen glaubwürdig ist”. Ein möglicher Weg dorthin sei es, Windows- und Linux-Betriebssysteme in die eigenen On-Demand-Pläne einzubeziehen.