Attacke auf Google: Overture schnappt sich Altavista

Management

Technik und Techniker für’n Appel und ein Ei

Der Online-Vermarktungs-Spezialist Overture hat sich den Suchmaschinenbetreiber Altavista einverleibt – zum Schnäppchenpreis von nur 140 Millionen Dollar in bar und Aktien. Alta Vista ist seit dem rasanten Aufstieg seines Rivalen Google ins Hintertreffen geraten, weil Google neue Suchmethoden entwickelte und damit nun Ergebnisse nach ihrer Relevanz sortiert ausliefern kann.

Der Käufer hat bisher lediglich sogenannte ‘sponsored listings’ angeboten, also Werbelinks, die je nach Suchanfrage in die Ergebnisseite eingespiegelt werden. Die Anzeigenkunden zahlen dann für jeden Klick, der über diese Links generiert wird.

Es sei noch nicht zu spät, um mit einer eigenen Suchmaschine doch noch zu Google aufzuschließen, meint Overture-Chef Ted Meisel. “Es wird auf lange Sicht mehr als nur eine Such-Plattform geben”, sagte er der New York Times.

Overture will ‘altavista.com’ vorerst weiter betreiben, vor allem um neue Techniken auszuprobieren. Hauptziel der Akquisition sei es gewesen, die Altavista-Technologie zu kaufen, sowie rund 100 technische Mitarbeiter ins Unternehmen zu holen, gibt Meisel unumwunden zu.

Altavista ist eines der wenigen Fossile aus den frühen Internet-Jahren: Ursprünglich von Digital Equipment als Demonstrations-Objekt für die eigene Technik gegründet, wechselte das Unternehmen mit hinüber zu Compaq. Von dort wanderte Altavista dann vor vier Jahren zum bisher letzten Betreiber, der Internet-Holding CMGI. Der Kaufpreis belief sich im Jahr 1999 noch auf stattliche 2,3 Milliarden Dollar.