100 Milliarden Minus: AOL toppt alle je da gewesenen Verluste

Management

Captain Ted Turner verlässt frustriert das schlingernde Schiff

Der Medien- und Online-Gigant AOL Time Warner hat mit fast 100 Milliarden Dollar Jahres-Defizit den größten Verlust in der Unternehmens-Geschichte der USA gemacht. Allein im letzten Quartal 2002 verzeichnete der Konzern einen Nettoverlust von 44,6 Milliarden Dollar für hohe Firmenwertabschreibungen.

Seinen Umsatz konnte AOL auf 41 Milliarden Dollar verbessern. Im Jahr 2001 betrug der Umsatz nur 38,5 Milliarden Dollar. Für das laufende Jahr erwartet der Konzern einen weiteren Zuwachs der Umsätze.

Zugleich kündigte Medienzar Ted Turner seinen Abschied an. Turner wolle von seinem Posten als Vice-Chairman im Mai zurücktreten, heißt es. Laut AOL wird Turner aber Mitglied des Verwaltungsrates bleiben. Vorstandschef Richard Parson soll demnächst seinen Posten einnehmen.

Turner hatte die Fusion mit AOL vor zwei Jahren immer wieder als Fehler bezeichnet. Die enormen Verluste im vergangenen Jahr sind vor allem das Resultat von Wertberichtigungen für den Kabelfernsehbereich und die angeschlagene Online-Tochter.

AOL leidet unter dem massiven Rückgang der Werbeausgaben und dem schwachen Kunden-Wachstum. Der Gesamtkonzern will seine Schulden bis Ende kommenden Jahres auf rund 20 Milliarden Dollar abbauen. Im Zuge dessen soll der Anteil von 8,4 Prozent an Hughes Electronics für rund 800 Millionen Dollar verkauft werden.