SAP gewinnt bei SBS keinen Blumentopf

Management

Genauer hingeguckt …

Der Streit der Business-Softwarekönige Siebel und SAP schwelt weiter. Nun ist den Walldorfer SAP-Leuten offensichtlich ein Großauftrag entglitten – ausgerechnet bei der Siemens-Tochter Siemens Business Services. Wie die Financial Times Deutschland meldet, hat eine interne Studie ans Tageslicht gebracht, dass die SAP-Software dem Produkt des amerikanischen Konkurrenten Siebel deutlich unterlegen sei.

SBS hatte demnach getestet, wie die Programme Service-Anfragen abwickeln. “SAP ist in der Funktionalität beschränkt und weist außerdem nicht die Flexibilität der Siebel-Lösung auf”, heißt es in der Studie. Insbesondere den Aufgabenbereich Kundendienst habe SAP nicht verstanden, kritisieren die Autoren.

Mit der Studie sei zwar noch keine Entscheidung für die Auswahl gefallen und ein Kauf stehe auch nicht unmittelbar bevor, zitiert das Blatt interne Quellen bei SBS. Allerdings solle die derzeit laufende Software irgendwann abgelöst werden. Mit dem neuen Programm sollen in Zukunft 10 000 Angestellte arbeiten.

Ein Projekt dieser Größenordnung bei einem renommierten Kunden wie Siemens gilt in der Branche als Top-Auftrag. Kenner schätzen, dass allein die Lizenzen für die Software einen hohen einstelligen Millionenbetrag bringen. Beratung und Einführung generieren zusätzlich Umsatz.