Kunden von I2, Peoplesoft und SAP sind arm wie Kirchenmäuse

Management

Projekte fressen Zeit und Geld

Für die Hersteller von Geschäftsanwendungen Oracle, SAP und Peoplesoft wird die Erholung noch etwas auf sich warten lassen. Grund dafür sind der Geldmangel bei den Kunden, die vorerst keinen Bedarf an Updates und umfangreichen Migrationen haben. Das gilt zumindest, glaubt man US-Analysten, für den dortigen Markt. Es gebe keinerlei Hinweise, dass sich der Software-Boom von Anfang der 90er Jahre in absehbarer Zeit wiederholen werde, sagt beispielsweise Ray Chan von Franklin Templeton Investments.

So hat der SAP-Großkunde Delphi, eine ehemalige General-Motors-Abteilung, noch immer an dem 1999 begonnenen IT-Projekt zur Umstellung seiner Produktions- und Buchhaltungssoftware zu kauen. Der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg sagte die für IT-Ausgaben zuständige Managerin Bette Walker sogar, das Projekt sei derzeit erst zur Hälfte vollendet.

Recht viel besser sieht es auch nicht bei anderen Software-Kunden aus. Der kalifornische Halbleiterhersteller Cypress installiert seit zwei Jahren ein Datenmanagement-Programm von I2 und wird nach Aussagen des Abteilungsleiters Russell Dewey die Ausgabenlinie des letzten Jahres auch für das kommende beibehalten – von einer IT-Budget-Erhöhung auch hier keine Spur.

Ebenso Boise, ein Hersteller von Büromaterialien, der die internetbasierte Peoplesoft-Suite noch einige Zeit auf Halde legen will. Obwohl der Software-Hersteller seine Suite Peoplesoft 8 extrem teuer beworben und die Vertriebsaktivitäten verstärkt hatte, gibt es erst wenige Unternehmen, die umsteigen wollen – unter den Vorsichtigen ist Boise, die keinen Grund sehen, das Upgrade zu kaufen. “Wir sind mit der derzeitigen Version hoch zufrieden”, heißt es hier.

Auch Oracle, so vermuten die Branchenkenner, werde auf der diese Woche stattfindenden Apps World durch Vertriebsschmankerl indirekt und unabsichtlich auf die desolate Situation in den Auftragsbüchern hinweisen.