Dramatischer Werteverlust bei AOL

Management

10 Milliarden Dollar lösen sich in Wohlgefallen auf …

Zum zweiten Mal seit seiner Fusion vor zwei Jahren muss der Medien- und Internet-Konzern AOL Time Warner massive Wertverluste bei seiner Online-Tochter in seine Bücher schreiben. Nach einem Bericht der Washington Post haben sich die Analysten aber bereits mit der Abschreibung über voraussichtlich 10 Milliarden Dollar abgefunden.

AOL sei wegen des schwierigen Marktes derzeit einfach weniger wert, heißt es allgemein. Zum einen hat sich der Neukundenzuwachs deutlich verlangsamt, zum anderen bleibt das Anzeigengeschäft schwach. Beobachter und Investoren werfen deshalb die Frage auf, mit welcher Strategie Time Warner diese Negativentwicklungen innerhalb dieses Jahres umkehren will.

Vor einem Jahr musste der Konzern den AOL-Wert in den Büchern schon einmal deutlich nach unten korrigieren. Ein Jahr nach der Fusion war es eine Abschreibung über 54 Milliarden Dollar.

Weltweit steht AOL mit 35 Millionen Abonnenten zwar noch immer an der Spitze. Allerdings verlangt der Online-Pionier in den USA monatlich rund 24 Dollar für den Internet-Zugang. Zahlreiche Kunden sind inzwischen entweder zu lokalen Breitband-Anbietern abgewandert. Oder sie suchen sich einen preiswerteren Dienst, der zwar keine Informationsangebote bereit hält, dafür aber einen stabilen Zugang für nur 10 Dollar monatlich.