T-Systems: Globaler Rettungsanker bricht

Management

Kein Partner, kein Glück im Spiel …

Die Telekom-Säule für Systemhausdienste und IT-Services, T-Systems, muss ihre globale Strategie neu stricken. Konkrete Verhandlungen, die das Unternehmen mit möglichen Partnern aufgenommen hatte, bleiben bislang ohne Ergebnis.

Schlimmer noch: Die bereits in greifbare Nähe gerückte Zusammenarbeit mit dem französischen Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen Cap Gemini Ernst & Young (CGEY) ist wieder unerreichbar. Die für die Deutschen so hochinteressanten Auslandsverbindungen der Franzosen zu Kunden und Verbänden sind wieder zur Fata Morgana geworden. CGEY sei nicht mehr an Verhandlungen mit T-Systems interessiert, zitieren die Agenturen die Konzernspitze.

Ein Sprecher von T-Systems sagte, es würden zwar “auf unterschiedlichen Ebenen” Gespräche mit möglichen Partnern geführt. Konkretes gebe es allerdings nicht zu sagen.

Auch die Namen der Gesprächspartner wollte der Sprecher nicht nennen. Es sei zudem zu bezweifeln, dass vor dem offiziellen Antritt des neuen Spartenchefs Konrad Reiss im Februar weitreichende Entscheidungen getroffen würden.

Hartnäckig halten sich aber die Stimmen, die wissen wollen, dass CGEY nach ersten Gesprächen keine Basis für weitergehende Verhandlungen mit T-Systems sehe. Gründe dafür sind aber ebenso wenig bekannt wie Aussagen dazu aus den beiden Unternehmen. Allerdings meldet die Financial Times Deutschland, aus der CGEY-Zentrale sei Folgendes verlautet: “Da ist nichts mehr im Busch.”

Analysten äußerten sich zurückhaltend zu den Entwicklungen bei T-Systems. “Das interessiert derzeit keinen Investor”, sagte der Telekom-Analyst der Bankgesellschaft Berlin, Ralf Hallmann. Der Abschluss einer Partnerschaft mit einem großen Branchenanbieter wie dem Weltmarktführer IBM wäre zwar grundsätzlich als positiver Schritt für die Telekom zu werten, sei aber derzeit nicht prioritär.

Frank Rothauge, Telekom-Analyst von Sal. Oppenheim, erwartet hingegen, dass T-Systems keine weitreichende Kooperation anstrebt sondern eher für einzelne Absatzgebiete regionale Partnerschaften eingehen wird. Eine Zusammenlegung der Geschäfte beispielsweise mit Cap Gemini Ernst & Young bezeichnete er als “unsinnig”. Die beiden Unternehmen ergänzten sich nicht, sondern konkurrierten miteinander.

Konzernintern wird die Präsenz von T-Systems in Teilen Westeuropas und den USA als ungenügend eingestuft. Um diesen Geschäftsnachteil auszugleichen, sollen Allianzen mit Partnern vor Ort geschlossen werden.

Der seit Mitte November amtierende Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke will trotz der Sparzwänge zunächst an T-Systems als integriertem Anbieter von TK- und Informations-Technik festhalten. Eine Entscheidung über die Fortführung des Systemhaus-Geschäfts stehe derzeit nicht an.