Online-Finanzer beklagen Desinteresse

Management

Entrium kurz vor Verkauf

Der Online-Finanzdienstleister Onvista rechnet erneut mit einem schwierigen Jahr. Vorstandschef Fritz Oidtmann sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Finanzportale könnten es sich generell nicht mehr leisten, Echtzeit-Kurse kostenfrei an die Nutzer weiterzugeben oder gar redaktionell betreute Informationsangebote zu produzieren.

Ursache für den anhaltenden Pessimismus ist demnach zum einen das nachlassende Interesse der Kleinanleger an Finanzinformationen. Von 50 bis 60 Millionen Seitenaufrufen pro Monat ist die Nutzer-Kurve bei Onvista auf Werte zwischen 30 und 40 Millionen Clicks zurückgegangen. Dadurch fielen auch die Werbeausgaben der Banken deutlich niedriger aus, so Oidtmann. Außerdem seien die Einnahmen aus Lizenzgeschäften mit Online-Finanzangeboten zurückgegangen.

Die Konsolidierungswelle in der Branche schwappt währenddessen weiter. Entrium soll noch in diesem Quartal verkauft werden, heißt es aus Bankerkreisen. Für die ehemalige Quelle-Bank interessieren sich die Niederländer ING und ABN Amro, die schwedische SEB, sowie der Online-Broker Fimatex aus Frankreich. Entrium hat zwischen Januar und September 2002 immerhin 4,9 Millionen Euro Gewinn vor Steuern gemacht und damit das Vorjahresergebnis bereits verdreifacht.