Kein Adventfriede: Hauen und Stechen bei den Resellern

Management

Weihnachtsaktion ging voll daneben

Ein Versuch der I-Team-Systemhauskooperation, das Weihnachtsgeschäft in die Gänge zu bringen, ist offenbar voll nach hinten losgegangen. Nach Medienberichten hatte I-Team in einem Schreiben an seine Mitglieder dazu aufgerufen, Umsätze vom IT-Großhändler Ingram Micro abzuziehen und diese stattdessen den Konkurrenten Actebis oder Tech Data zuzuschanzen. In Aussicht gestellt wurde außerdem eine Sonder-Treueprämie von Actebis für willige Händler.

Dort allerdings ist man weniger erfreut als vielmehr entsetzt. Man habe mit der Aktion nichts zu tun, beeilte sich Actebis-Chef Michael Urban zu versichern. Zwar gebe es eine Prämie, um die Mitglieder anzuspornen. Man habe aber Ingram Micro damit nicht schädigen wollen. Ähnlich fielen auch die Reaktionen bei Tech Data aus – dort hieß es, die Aktion sei nicht abgesprochen gewesen und man wolle sich davon auch distanzieren.

Tatsächlich steckt I-Team allein hinter der missglückten Weihnachtsbescherung. Geschäftsführer Rüdiger Sievers räumte ein, dass der Brief juristisch nicht geprüft worden sei, man habe auch keine Provokation gegen Ingram Micro geplant, sondern wollte nur den Umsatz mit Actebis steigern.

Bei Ingram selbst erwartet man keine großen Auswirkungen auf das Geschäft, hält die Aktion aber für “niveaulos”. Tatsächlich könnte das Ganze für I-Team noch teuer werden: Weil das Schreiben so etwas wie einen Boykottaufruf gegen Ingram darstellt, könnte das Unternehmen durchaus auf Schadenersatz klagen.