US-Konjunktur kappt deutschen Niederlassungen die Leitung

Management

Wärt ihr doch in Düsseldorf geblieben …

Die schwache US-Konjunktur der vergangenen zwei Jahre hat fast zwei Drittel der insgesamt 1829 amerikanischen Tochterfirmen deutscher Unternehmen mehr oder minder stark zugesetzt. 63 Prozent der Firmen haben durch die Wirtschaftsflaute eine spürbare Beeinträchtigung ihres US-Geschäfts erlebt. Der größte Teil dieser Firmen hat wegen der unsicheren Konjunkturaussichten die eigenen Aktivitäten stark reduziert und geplante Investitionen eingefroren. Fast zehn Prozent der Firmen haben sich ganz aus dem amerikanischen Markt zurückgezogen.

Dies hat eine neue Studie der US-Tochter des deutschen Unternehmensberaters Droege & Comp. ergeben, die am Montag in New York auf einer Pressekonferenz vorgelegt wurde. Es wurden 450 Chefs deutscher Tochterfirmen nach dem Abschneiden ihrer Firmen in den Jahren 2001 und 2002 befragt. Deutsche Firmen der Halbleiter-, Informationstechnologie- und Maschinenbau-Branchen mussten die meisten Federn lassen.

Die US-Töchter deutscher Unternehmen haben im vergangenen Jahr insgesamt rund 500 Milliarden Dollar umgesetzt und beschäftigen mehr als eine Million Mitarbeiter. Nur 20 Prozent der Tochterfirmen stellten rund 80 Prozent dieses Gesamtumsatzes.

Die zehn größten deutschen Firmen im US-Markt waren im Jahr 2001 Daimler Chrysler mit 42,5 Milliarden Dollar Umsatz und 133 200 Mitarbeitern, Siemens mit 19,9 Milliarden Dollar Umsatz und 85 100 Beschäftigten, Eon mit 10,2 Milliarden Dollar Umsatz und 17 400 Arbeitnehmern, Bayer mit 10,1 Milliarden Umsatz und 22 300 Beschäftigten und Volkswagen mit 8,1 Milliarden Dollar Umsatz und 2500 Mitarbeitern. Der Medienkonzern Bertelsmann macht dort 6,5 Milliarden Dollar Umsatz mit 24 000 amerikanischen Mitarbeitern.

67 Prozent der befragten Unternehmen waren vom amerikanischen Konjunkturabschwung eigenen Angaben zufolge überrascht worden oder hatten den Rückschlag vollkommen unterschätzt. Mehr als die Hälfte der Firmenchefs erwartet ein noch raueres Wirtschaftsklima.