Kazaa-Nutzer bekommen Rechnung – oder Verfahren an den Hals

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Irgendwann kriegen wir euch!

In Dänemark hat ein Bündnis gegen Raubkopierer, die Anti Pirat Gruppen (APG), die Anbieter von MP3-Files auf der Tauschbörse Kazaa mit saftigen Rechnungen zur Kasse gebeten. In den vergangenen Tagen gingen bei den rund 150 Betroffenen Briefe ein, in denen bis zu 14 000 Euro verlangt werden.

Sie sollen unrechtmäßig unheberrechtlich geschützte Inhalte heruntergeladen und weiter verbreitet haben. Für eine Musik-CD veranschlagt APG 16 Euro, für jeden Spielfilm gleich einmal 60 Euro. Bei sofortiger Zahlung werde auf die Hälfte der Gesamtsumme verzichtet, heißt es – andernfalls werde man die Beschuldigten verklagen. Die Inhalte müssten sofort gelöscht werden, so die Forderung.

APG hatte zunächst die Peer-to-Peer-Plattformen Kazaa und E-Donkey nach dänischen IP-Adressen durchforstet. Vor Gericht konnte die Industrievereinigung dann durchsetzen, dass die Internet-Serviceprovider Namen und Adressen der jeweiligen Nutzer offen legen muss. Als Beweismittel wurden dabei Screenshots der Client-Oberfläche anerkannt.

Kritiker meinen allerdings, dass dies wenig stichhaltig sei. Denn zum einen sei nicht erwiesen, dass es sich bei den so bezeichneten Dateien tatsächlich um die fraglichen Inhalte handle und nicht etwa um falsch etikettierte Files. Zum anderen könne nicht belegt werden, wer denn nun tatsächlich den PC in dieser Weise verwendet hat. Schließlich könne man keine vierköpfige Familie in Sippenhaft nehmen.