Milliardendeal: EDS übernimmt Alstom-IT komplett

Management

Outsourcing oder Kündigungswelle

Im kommenden März soll ein Multi-Milliarden-Dollar-Vertrag unterzeichnet werden, der dem EDS einen Großauftrag sichert. 90 Prozent der IT des französischen Turbinen-, Eisenbahn- und Maschinenbaukonzerns Alstom soll in die Hände der IT-Dienstleister übergehen.

Für EDS ist der Deal so gut wie sicher: Es habe, so eine EDS-Unternehmenssprecherin, zwar bis vor kurzem noch zwei weitere Mitbewerber um den begehrten Vertrag gegeben, “mit der Bezeichnung ‘Preferred Bidder’ verbindet sich aber für uns jetzt die Sicherheit, der einzige Bieter zu sein, mit dem nur noch die Vertragsdetails geklärt werden müssen”.

Einige dieser Feinheiten sind bekannt: 1300 Mitarbeiter weltweit werden künftig ihr Gehalt von dem US-Konzern beziehen und ihre Arbeit für Alstom als EDS-Angestellte leisten. Ferner beziehe sich der Vertrag auf die Assets, “aber nicht die konzerneigene Hard- und Software, die speziell auf die Bedürfnisse abgestimmt und größtenteils selbstgebaut” ist, wie EDS-Sprecherin Ute Blauth sagte.

Nach Angaben von Rüdiger Haake, Unternehmenssprecher des Kunden, sei “der Gesamtkonzern” von der Tragweite des Vertrages betroffen. Das sind derzeit Niederlassungen und Produktionsstätten in 14 Ländern, darunter auch Deutschland. Wie schnell die IT-Auslagerung schließlich vor sich gehe, sei eine Frage der nationalen Bestimmungen. Recht viel deutlicher wollte er zu diesem Zeitpunkt nicht werden: “Je nach den staatlichen Bestimmungen für Auslagerung von Unternehmensteilen sehen wir uns unterschiedlich langwierigen Prozessen gegenüber.”

Bei Alstom, so erfuhr silicon.de aus Unternehmenskreisen, rechnet man für die IT-Mitarbeiter aus Deutschland mit Einschnitten bei Lohn und Arbeitsbedingungen – wenn nicht gar damit, das einige der Mitarbeiter gar nicht übernommen werden. Von einer “versteckten Kündigungswelle” ist also die Rede.