SAP? Microsoft? Systemintegrator wählt Regen statt Traufe

Management

Der Feind eines Feindes ist nicht immer mein Freund

Mit seiner Ausrichtung gegen Microsoft und seiner zunehmenden Unix- und Linux-Freundlichkeit tut sich der Walldorfer Konzern SAP wie es scheint keinen Gefallen. Mit dem dänischen Systemintegrator Astom Group sagt nicht das erste und wohl auch nicht das letzte Unternehmen der SAP Lebewohl und trifft seine Entscheidung für Microsoft.

Der gesamte Unternehmensbereich für die Projektierung und Unterstützung der Softwareprodukte sei rückwirkend zum 1. November endgültig abgestoßen worden. Lediglich der Rumpf bleibe bestehen – und dieser ist auf die Integration von Microsofts Geschäftslösungen spezialisiert. Das Geschäft in Deutschland und Großbritannien soll durch diese Konzentration auf einen großen Partner einen deutlichen Schub erfahren.

Hinter der in der Unternehmensmeldung verklausulierten “Konzentration auf das Kerngeschäft” steckt für Insider ersichtlich die blanke Notwendigkeit. Wie silicon.de von einem amerikanischen Beratungsunternehmen, das kürzlich ähnlichen Schritt gemacht hat, erfuhr, hat SAP mit Anfang des Jahres wahre Säuberungsaktionen begonnen.

“Die haben uns geradezu das Messer auf die Brust gesetzt. Entweder SAP – oder Microsoft, beides zusammen geht nicht, hieß es”, sagte ein verantwortlicher Abteilungsleiter, der nicht genannt werden möchte. Da die Redmoder ‘Gegenseite’ “eigennützig aber klug” derzeit freundlicher mit Partnerunternehmen umgehe, werden ihr seiner Einschätzung nach auch in den nächsten Monaten noch viele Unternehmen zufallen, die “die Frage endgültig beantworten”.