AT&T-Kabelverkauf: Comcast setzt sich durch

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Lästige Konkurrenz gefressen – AOL zittert

Die drittgrößte amerikanischem Kabelfernsehgesellschaft Comcast Corporation hat den Branchenführer AT&T Broadband am Montag endgültig im Zuge eines Aktientauschs für knapp 30 Milliarden Dollar übernommen. Der Abschluss der Transaktion wurde von beiden Unternehmen nach Börsenschluss mitgeteilt.

Comcast ist damit zum dominierenden amerikanischen Kabel-TV-Konzern geworden. Das Unternehmen hat 21,4 Millionen Kunden in 41 US-Bundesstaaten und 59 000 Mitarbeiter. Es hat 6,3 Millionen digitale Video-Kunden, 3,3 Millionen Datenkunden und 1,3 Millionen Kabel-TV-Telefonkunden. Das neue Unternehmen ist fast doppelt so groß wie die amerikanische Nummer zwei, die Kabelfernsehsparte des Medienkonzerns AOL Time Warner.

AT&T bezifferte den Gesamtwert der neuen Comcast, einschließlich Schulden, auf rund 60 Milliarden Dollar. Comcast übernimmt 24 Milliarden Dollar AT&T-Schulden sowie fünf Milliarden Dollar an wandelbaren AT&T-Vorzugspapieren, die von Microsoft gehalten werden und die in 115 Millionen Comcast-Aktien umgetauscht werden.

Die neue Gesellschaft firmiert ebenfalls als Comcast Corporation. Die Roberts-Familie, die Comcast 1963 in Mississippi mit einem einzelnen kleinen Kabelfernsehsystem gegründet hatte, dominiert die Gesellschaft weiterhin. Sie erhält ein Drittel der stimmberechtigten Aktien. Dies reicht angesichts der breiten Streuung der anderen Aktien zur Kontrolle völlig aus. Brian L. Roberts bleibt Comcast-Chef. Der bisherige AT&T-Chef und -Verwaltungsratsvorsitzende C. Michael Armstrong ist Leiter des Comcast-Verwaltungsrates geworden.

AT&T verbleiben nur noch das rasant schrumpfende Ferngesprächsgeschäft und das wachsende Telekom-Geschäft mit den Unternehmenskunden. Weiterhin ist AT&T die mit Abstand größte US-Ferngesprächsfirma.