Handheld-Versorger klammern sich an GPRS und Zugriffszeiten

Management

Das Weihnachtsgeschäft wird lahm

Die Hersteller von Handhelds und Zubehör rechnen nicht mit einem überragenden Weihnachtsgeschäft – auf absehbare Zeit helfen ihnen nur fertige und stabil aufgebaute Netze, eine positive Regulierungssituation in den jeweiligen Märkten verbunden mit wachsender Zahlungsfähigkeit der Kunden. Das ergab eine aktuelle Studie von Gartner Dataquest.

Auch brandneue Anbieter auf dem europäischen Markt bauen keine Wolkenschlösser: So geht der Anbieter von Datenmodems und Software für Laptops und mobile Endgeräte, Sierra Wireless, davon aus, dass alle “interessanten Märkte in Europa zu 70 Prozent gesättigt sind”. Derek Evans, Vice President und für die europäische Geschäftsentwicklung zuständig, sagte im Gespräch mit silicon.de: “Es ist schwierig, die Markttreiber zu finden – und zu vermarkten.”

Für ihn liegt der Fall allerdings klar. GPRS ist seiner Ansicht nach der neue Trend. Und hierfür ist auch das erste Produkt der 1996 in Vancouver gegründeten Firma aufgestellt, eine Funkmodemkarte mit der Bezeichnung Aircard 750. Ihr Erfolg allerdings ist stark vom Rollout abhängig. “Das Wachstum hängt von der Rollout-Geschwindigkeit ab und ist so unterschiedlich wie die europäischen Märkte selbst”, sagte der Manager. So bilde in den Märkten, die er interessant nennt, Deutschland das Schlusslicht. Italien, Großbritannien und Spanien gingen viel aggressiver an den Netzaufbau heran.

“Preise sind aber auch wichtig; so haben wir in Italien derzeit einen fünfmal höheren Preis für die GPRS-Datenübertragung wie in anderen Märkten”, führt er an. Im nordischen Markt rechnet er nicht mit großen Margen, aber: “Als traditionelle Early-Adopter-Staaten mit sehr technikfreundlicher Bevölkerung sind die nordeuropäischen Länder wichtig für unser Profil und können den ein oder anderen Trend für ganz Europa vorgeben”, so Evans.

Als Sierra im April vergangenen Jahres den rein nordamerikanischen Ausrichtung verlassen und den Sprung nach Europa gewagt habe, sei das Unternehmen gegen Größen wie Nokia, Ericsson und Sony angetreten. Mittlerweile, so fügt er stolz an, bauten auch Großunternehmen wie Palm und Compaq die Kartenlösung ein.

Über die Zukunft macht er sich allerdings wenig Illusionen: “Wir haben starke, etablierte Rivalen. Das Investitionsumfeld und die Budgetierung bei den Kunden hilft nicht gerade.”

Die Gartner-Zahlen geben seiner Sorge recht: So sei zwar die Auslieferungszahl im Vergleich zum dritten Quartal des Vorjahres um 0,9 Prozent auf 2,6 Millionen Einheiten gestiegen. Allerdings rechnen die Marktkenner nicht damit, dass das vierte Quartal den Trend fortsetzen werde. Zu schwierig sei es, den Kunden klar zu machen, dass sie auf bis zu 500 Dollar teure Geräte umsteigen sollen.

silicon meint: Auch wenn immer mehr teure Funktionen wie bessere Farbauflösung der Bildschirme, schnellerer Datenzugriff und höhere Speicherkapazität gefragt sind – bezahlen wollen die Kunden noch nicht so viel dafür. Und Stichwort Weihnachtsgeschäft: Wo in den vergangenen Jahren gegen Dezember noch dicke Budgetreste verpulvert wurden, dürften diesmal nur ein paar Krümel zu verschwenden sein.