Der Markt für Smartcard-Leser blüht auf

Management

Ein möglicher Standard sorgt für den Aufwind

Europa entwickelt sich zum Vorreiter bei Smartcard-Lesegeräten und -Terminals. Das behauptet zumindest der Marktforscher Frost & Sullivan. Jedoch legt auch weltweit die Nachfrage zu.

Im dritten Quartal ist der weltweite Umsatz auf 1,42 Milliarden Dollar geklettert. Im Jahr 2006 aber werden Händler und Hersteller mit den Geräten bereits rund 3,3 Milliarden Dollar umsetzen; das entspricht einer Stückzahl von 25,4 Millionen.

Dann wird fast die Hälfte des Umsatzes auf die Emea-Region entfallen. Auf dem amerikanischen Kontinent beträgt der Anteil 32,5 Prozent und im asiatisch-pazifischen Raum 20,9 Prozent.

Für das Wachstum verantwortlich sind nach Angeben der Analysten das Wachstum im E-Commerce-Bereich, große staatliche IT-Projekte sowie insgesamt ein gestiegenes Interesse an Sicherheitstechniken.

Eine bedeutsame Rolle spielen bei der Entwicklung die Kreditkarten-Händler der Marken Mastercard und Visa. Smartcard-Analyst bei Frost & Sullivan Anoop Ubhey bemerkt dazu: “Visa und Mastercard spielen eine wichtige Rolle als Schrittmacher auf den Bank- und Kapitalmärkten.”

Wesentlich sei etwa die von den Instituten angebotene Haftungsumkehr, Liability Shift. Dabei verlagert sich die Verantwortung vom Händler auf die kartenausgebenden Banken. Die Initiative, Europay-Mastercard-Visa (EMV) genannt, werde nach Ubheys Einschätzung einen Standard für Smartcard-Terminals bewirken und dadurch eine Auf- und Nachrüstung der Infrastruktur herbeiführen. Insgesamt würden in den kommenden Jahren rund 22 Millionen Geräte ersetzt oder ergänzt.

Derzeitiger Marktführer unter den Herstellern von Lesegeräten ist die Firma Gemplus. SCM Microsystems ist die Nummer zwei und Omnikey die Nummer drei.

Als Vorläufer vom EMV betrachtet Visa etwa das eigene Authentifizierungssystem ‘Verified by Visa’ (VbV). Dieses sorgt ohne jegliche Hardware für sichere Kreditkartenzahlungen im Internet.

Eine der Hauptursachen für Kreditkartenbetrug im Web war bisher die fehlende Identifizierungsmöglichkeit des Karteninhabers. VbV ermöglicht den Karten ausgebenden Banken, die Echtheit eines Karteninhabers online durch ein Passwort zu überprüfen. Schätzungen von Visa zufolge werden die Internet-Händler mit VbV allein in Großbritannien etwa 87 Millionen Euro pro Jahr einsparen können.

Nach Angaben des Anbieters ist dieses in den vergangenen Wochen bei mehreren hundert Online-Händlern live gegangen. Treibende Kraft für das Verfahren ist Bibit, Europas führender Payment Service Provider, sowie die Händlerbank Citibank European Acceptance (CCA).