Internethandel mit Medikamenten soll kein Tabu mehr sein

Management

Positive Signale der Ministerin

Nach langem Hin-und-her will Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt den Onlinehandel mit Arzneimitteln in Deutschland nun offenbar doch erlauben. Bei einer Verhandlung vor dem Europäischen Gerichtshof sagte Schmidt, der Medikamentenhandel im Internet sei in einigen europäischen Ländern bereits Realität – man könne Deutschland auf lange Sicht nicht vor modernen Technologien und neuen Absatzwegen abschotten.

Statt eines generellen Verbots peilt Schmidt nun strenge Kontrollen des Versandhandels mit Arzneien an. Dadurch könne die Regierung die Verbraucher wesentlich besser schützen, so die Ministerin. Eine Einschränkung soll es allerdings geben: Apothekenpflichtige Medikamente sollen auch nur von Apotheken auf dem Versandweg vertrieben werden können.

Zudem forderte Schmidt eine angemessene Information der Verbraucher sowie die Möglichkeit, den Weg der Sendung bis hin zum Adressaten jederzeit verfolgen zu können. Kritik an Schmidts Vorhaben kommt vom Deutschen Apothekerverband, der die niederländische Versandapotheke Doc Morris berits mit mehreren Gerichtsverfahren überzogen hat.