NEC drängt in deutschen Supercomputermarkt

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64-Bit-Technik für Mittelständler?

Den Markt für Hochleistungsrechner teilen sich in Deutschland wenige Anbieter aus den USA und Japan auf: Cray, IBM, Fujitsu. Der japanische Elektronikkonzern NEC ist bisher in Deutschland nur schwach vertreten – schwächer jedenfalls als im Rest Europas und der Welt, wo sich das Unternehmen auch als Lieferant von Supercomputern eine respektable Marktposition erarbeitet hat.

Jetzt will NEC auch in Deutschland zeigen, dass es im Markt für anspruchsvolle technisch-wissenschaftliche Anwendungen ein Wörtchen mitzureden hat. Mit der Serie TX-7 betreten die Japaner das Terrain des 64-Bit-Computing. In NECs Produktspektrum sind die Maschinen unterhalb des Top-ends angesiedelt, das von der SX-Baureihe gebildet wird, es aber europaweit auf lediglich etwa 35 Installationen gebracht hat.

Der Neuling TX-7 dagegen soll in größeren Stückzahlen verkauft werden. NECs zuständiger Marketing-Manager Jörg Stadler will sie nicht nur an die üblichen Verdächtigen in Forschungsinstituten, Wetterämtern und Aerospace-Industrie absetzen, sondern sie auch dazu benutzen, um Supercomputing-Anwendungen für mittelständische Betriebe erschwinglich zu machen. Stadler denkt dabei vor allem an Unternehmen aus dem rechenhungrigen Bereich Life-Sciences. Der Einstiegspreis beträgt 115 000 Dollar; eine voll auskonfigurierte Maschine mit 32 Prozessoren und einer Rechenleistung von 102 Gigaflops steht mit 830 000 in der Preisliste.

Die TX-7 ist als Parallelrechner in Numa-Architektur aufgebaut. Für die geforderte Rechenpower zeichnen Itanium-2-Prozessoren von Intel Prozessoren verantwortlich. Mindestens vier der 64-Bit-Boliden hat jede TX-7 an Bord, in der Maximalausstattung umfasst die Maschine 32 Prozessoren. Der Rechner lässt sich in Schritten zu je vier Prozessoren partitionieren. Weil das auf Hardwarebasis geschieht, ist eine dynamische Partitionierung – also im laufenden Betrieb – allerdings nicht möglich.

Es stehen drei Betriebssysteme zur Verfügung: Linux, HP-UX und 64-Bit-Windows. Der Löwenanteil der Anwender wird sich allerdings nach Einschätzung Stadlers für Linux entscheiden; Windows werde kaum eine Rolle spielen, vermutet der NEC-Experte.