IBM wirft autonome Software auf den Markt

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Gerstner im Olymp: Absage an reine Service-Strategie

Sich selbst heilende Systeme hat IBM vor Monaten versprochen – jetzt sollen sie greifbare Wirklichkeit werden. Die Datenbanksoftware DB 2 ist ab sofort in der Version 8 verfügbar, die Middleware Web-Sphere Version 5 soll in der kommenden Woche auf den Markt kommen – beide mit den versprochenen Elementen des Autonomic Computing.

Damit müssten die IT-Verantwortlichen nur noch die Regeln festlegen, nach denen ihr Unternehmen funktioniert, so IBMs Director für Autonomic Computing, Miles Barel. Der fehlerfreie Ablauf soll dann von der Software selbst garantiert werden.

Das werde den Kunden vor allem Kosten sparen, weil weniger IT-Experten gebraucht werden. Die könnten dann eben auch andere Aufgaben wahrnehmen, die sonst liegen bleiben, so das Verkaufsargument.

IBMs langjähriger CEO Louis Gerstner bekräftigte gleichzeitig, Big Blue werde sich seiner Meinung nach nie zu einem reinen Dienstleister wandeln. Nur wer auch Hardware verkaufe, könne schließlich die entsprechenden Summen aufbringen, um massiv in Forschung und Entwicklung zu investieren. Gerstner begegnet damit Spekulationen, IBM werde die Service-Sparte stark übergewichten, nachdem IBMs Consulting und Services gerade 1 Milliarde Dollar aus dem Forschungstopf der Entwickler bekommen haben.

Für Aufsehen sorgt IBM in diesen Tagen aber auch mit einem finanziellen Klimmzug: Mitte der Woche hat der Konzern Anleihen über 2 Milliarden Dollar ausgegeben und sich damit frisches Kapital besorgt.

Die Zinsen verharren derzeit auf einem Allzeittief, die Nachfrage des Kapitalmarkts nach Anleihen ist durch den dramatischen Kursverfall an den Börsen besonders hoch – ideale Bedingungen, um auf dem Markt Geld einzusammeln. Was mit dem Kapital passieren soll, ist allerdings ein wohl gehütetes Geheimnis.