Online-Betrügerring ausgehoben

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Die “gestohlene Persönlichkeit” wird ziemlich teuer

In den USA sind die Mitglieder eines Betrügerrings aufgeflogen, die den bisher größten Schaden mit Kreditkarten und Bankkonten verursacht haben. Die drei Festgenommenen hatten nach amerikanischen Medienberichten Zugang zu Millionen von Datensätzen, in denen sich Namen, Adressen, Sozialversicherungs- und Kreditkartennummern sowie weitere Kontoinformationen befanden.

Die Datensätze seien dann für jeweils 60 Dollar auf den Straßen von New York an Kleinkriminelle verkauft worden, hieß es. Die Strafverfolgungsbehörden sprechen momentan von 30 000 Opfern – diese Zahl werde aber weiter steigen. Insgesamt sollen sie um 2,7 Millionen Dollar geschädigt worden sein.

Einer der Verdächtigen, der sich der Polizei stellte, war bei Teledata Communications beschäftigt. Das Unternehmen beliefert die Kreditwirtschaft mit Hard- und Software, mit der die Bonität der Kundschaft überprüft werden soll.

Mit den dort abrufbaren Informationen war es den Betrügern schließlich auch möglich, nicht nur Kreditkartennummern auszulesen, sondern auch Girokonten zu plündern. Sogar die Adressen von Bankkunden wurden geändert, zur falschen Anschrift wurden dann neue Schecks bestellt sowie neue Kunden- und Kreditkarten. Die Betrüger wurden mit der Zeit offenbar immer gieriger und ließen den Dispokredit ihrer Opfer nach oben setzen – der dann schnell ausgenutzt wurde.

Aufgeflogen sind die drei Männer nur, weil sie sich offenbar zu sicher fühlten und immer größere Beträge fließen ließen. Schließlich fielen die Manipulationen bei den Kreditunternehmen auf und der Teledata-Mitarbeiter wurde enttarnt.

Das sei der bisher schwerwiegendste Fall von “Identity Theft”, so die Polizei. Allerdings gebe es keinerlei Hinweise darauf, dass der Betrügerring in irgendeiner Weise mit terroristischen Kreisen in Zusammenhang stehe.