Unterhaltungsindustrie: Der Kampf gegen die digitale Welt nützt nichts

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Drei Thesen zur Zukunft der Branche

Vor allem mit Urheberrechts-Streitigkeiten haben Musik- und Filmproduzenten auf den Einbruch der digitalen Welt in ihren Bereich reagiert – Stichwort: Napster & Co. Ganz falsch, urteilt das Marktforschungsunternehmen Forrester Research. Denn, so die Ausgangsüberlegung der Experten: Die Branche wird sich ändern müssen, ob es ihr nun gefällt oder nicht.

Forrester-CEO George F. Colony hat nun drei Thesen aufgestellt, in denen er die Zukunft der Musik- und Filmindustrie analysiert. Demnach ist die DVD das letzte real existierende Medium, auf dem Musikstücke oder Filme aufgezeichnet werden: “Künftig werden sie als Daten im Leben der Konsumenten herumschwirren, gespeichert beispielsweise auf Kreditkaten oder in Mails.”

Damit werden auch die Gagen für Künstler und Produzenten sinken. Derzeit, so Colony, seien viele Vertreter der Branche hoffnungslos überbezahlt. Sorgen um das finanzielle Wohlergehen muss sich trotzdem niemand machen: “Auch wenn sich die Regeln ändern, wird immer noch eine Menge Geld in diesem Bereich vorhanden sein.”

Die Konsumenten, so Colonys zweite Überlegung, werden mobiler und verlangen auch mehr Flexibilität von der Unterhaltungsindustrie. Und das, so der Forrester-CEO, könnte für die Branche zu einem weit größeren Problem werden, als es Napster jemals war: “Satellitenradio und digitales Fernsehen werden große Änderungen notwendig machen.”

Und schließlich wird sich laut Colony das gesamte finanzielle Denken der Branche ändern müssen: “Die derzeitigen Medienmogule werden in den kommenden 10 Jahren verschwinden. Die nächste Generation wird sich mit der neuen Realität anfreunden und vernünftige Geschäftsmodelle entwickeln.”

Die Versuche von Rechtsanwälten und Lobbyisten, gegen diese Entwicklung vorzugehen, sind für Colony sinnlos. Daher richtet er einen eindringlichen Appell an die Branche: “Hört auf, zu klagen und zu kämpfen. Lernt die neuen Gegebenheiten kennen und arrangiert euch mit ihnen. Andernfalls werden ihr im Mülleimer der Geschichte enden.”