Wettbewerbshüter drohen France Télécom

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Staatlicher Kredit könnte verboten werden

France Télécom (FT) bekommt wegen der staatlichen Rettungsaktion Ärger mit der Europäischen Union. Die Regierung in Paris hat die geplanten Darlehen über 9 Milliarden Euro bisher nicht angemeldet. Nun aber hat sich Wettbewerbskommissar Mario Monti zu Wort gemeldet. Er spricht von “äußerst ungewöhnlichen Umständen dieses Deals”. Der “beihilfeverdächtige Darlehensbetrag” sei so groß, dass ein formelles Prüfungsverfahren spätestens im Februar eröffnet werden müsse.

Der französische Mobilfunkanbieter Bouygues hatte sich zuvor in Brüssel beklagt, durch den Kredit werde der Wettbewerb verzerrt. France Télécom, in Europa die Nummer Zwei hinter der Deutschen Telekom, ist derzeit mit rund 70 Milliarden Euro verschuldet. Diesen Berg will CEO Thierry Breton bis auf 40 Milliarden abbauen. Allerdings ist er dabei nicht ganz frei, denn sein Unternehmen befindet sich noch immer zu 55 Prozent in staatlicher Hand.

Sollte die Kommission tatsächlich den Kredit als unerlaubte Beihilfe einstufen, drohen harte Sanktionen: Zum einen könnte FT zur Rückzahlung verpflichtet werden, zum anderen droht ein Zinsaufschlag. Angesichts der prekären finanziellen Lage sind das keine besonders beruhigenden Aussichten.