Kazaa muss sich Prozess in USA stellen

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Tauschbörsen und Softwarehersteller geraten unter immer größeren Druck

Der Tauschbörsenanbieter Kazaa kann nun doch in den USA vor Gericht gestellt werden. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bundesgericht in Kalifornien.

Die Software von Sharman Networks mit Sitz in Australien sei von Einwohnern des Bundesstaats rund 143 Millionen Mal heruntergeladen worden. Das allein begründe schon den Tatbestand der Geschäftsbeziehung in die USA und somit hätten die Urheberrechteinhaber die Möglichkeit, vor einem US-Gericht Klage gegen das Unternehmen einzureichen.

Bisher waren Experten davon ausgegangen, dass die verteilte Struktur von Kazaa und den Entwicklern, die dahinter stecken, das Peer-to-Peer-Projekt vor jeglichem juristischen Zugriff schützen würde. Nun aber befand Bundesrichter Stephen Wilson, dass Kalifornien zudem geradezu prädestiniert sei, die rechtliche Auseinandersetzung um Online-Tauschbörsen auszutragen, weil “sehr viele, wenn nicht sogar die meisten Musik- und Film-Rechte von Unternehmen gehalten werden, die hier beheimatet sind”.

Die Branchenverbände Motion Picture Association und Recording Industry Association begrüßten in einer gemeinsamen Mitteilung, dass die Klage zugelassen wurde. Jetzt drohen auch den Kazaa-Abkömmlingen Grokster und Streamcast Networks Entschädigungs- und Strafverfahren, weil sie die Kazaa-Software als Basis ihrer Dienste verwenden. Beobachter meinen allerdings, dass die Prozesse durchaus zu einem großen Verfahren gegen die Tauschbörsen zusammengelegt werden könnten.