Pixelparks Ex-Chef steht unter Verdacht

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Früherer Märchenprinz teilt Schicksal vieler Dotcoms

Für den ehemals in den Himmel gelobten Gründer der Internet- und Multimedia-Agentur Pixelpark, Paulus Neef, wird es eng. Bei der Sonderprüfung eines umstrittenen Unternehmenskaufs im März 2000 seien “erhebliche Unregelmäßigkeiten” festgestellt worden, teilte Pixelpark mit. Damals war Neef noch Vorstandschef.

Den Gesamtumfang der Forderungen bezifferte die Berliner Agentur am Mittwoch auf mindestens 23 Millionen Euro. Von Neef selbst war keine Stellungnahme zu erhalten. Bei dem Geschäft ging es um den Kauf der Schweizer Gruppe ZLU (Zentrum für Logistik und Unternehmensplanung), für die Neef knapp 37 Millionen Euro bezahlt hatte. Der Preis war nach Einschätzung von Branchenkennern viel zu hoch. Das Geld ging an ZLU-Gründer Helmut Baumgarten.

Die Sonderprüfung war Ende November vom damaligen Pixelpark-Aufsichtsratschef Jürgen Richter in Auftrag gegeben worden, der seit Neefs Entlassung kurz vor Weihnachten Alleinvorstand ist. Die Schadensersatzansprüche richten sich laut dpa nicht nur gegen Neef, sondern auch gegen den damaligen Finanzvorstand sowie den seinerzeitigen Aufsichtsrat und die ZLU.

Ob es tatsächlich eine Klage geben wird, ließ Pixelpark-Sprecherin Sabine Klisch bisher offen. Unklar blieb auch, wie hoch die Ansprüche gegen die Einzelnen sind. Der ZLU-Kauf hatte auch eine maßgebliche Rolle bei der fristlosen Entlassung des Pixelpark-Gründers im Dezember gespielt.