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Der Boom kam Jahre später …

Parallel zu den wachsenden Spannungen zwischen dem Iran und den USA sowie den Studentenprotesten gegen das islamische Regime werden im Iran jetzt auch zunehmend Internet-Inhalte zensiert. Die Bürger des Landes sorgten mit ihrer Nachfrage nach Informationen, Unterhaltung und Kontaktmöglichkeiten erst in den vergangenen Monaten für einen Internet-Boom.

Nach letzten Schätzungen haben derzeit rund 3 der 65 Millionen Iraner Zugang zu Online-Quellen. Die Regierung hat erst in den vergangenen Wochen damit begonnen, pornografische Websites über die Internet-Serviceprovider zu blockieren. Inzwischen ist aber auch die persische Website des US-Senders ‘Voice of America’ nicht mehr erreichbar.

Die religiösen Führer im Iran haben bereits vor Jahren den Empfang von Satellitenfernsehen verboten. Zahlreiche Exil-Iraner versuchen dennoch, ihre Landsleute mit Informationen und Unterhaltung zu versorgen, meist von den USA aus.

Inzwischen häufen sich aber die Berichte über Polizeiaktionen: Im März wurden 70 Jugendliche festgenommen, weil sie sich auf einer illegalen Dating-Website nach Kontakten umgesehen hatten. Verselbständigt haben sich dagegen – wie in anderen Ländern auch – die Weblogs. In den Online-Tagebüchern, die Einzelne oder kleinere Gruppen von Usern verfassen, geht es um Alltägliches, aber auch um Politik und Tabuthemen.

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