Technikpatente sind besser gekauft als erstritten

E-GovernmentManagementRegulierung

Network Appliance setzt das um

Praktisch über Nacht – und mithilfe von knapp 9 Millionen Dollar in bar – konnte das Speicherunternehmen Network Appliance seinen Bestand an Technologiepatenten verdoppeln. Netapps ersteigerte letzte Woche die gesamten Patente des insolventen und nicht mehr geschäftsfähigen Unternehmens Auspex für diesen Betrag.

Ein offenbar lohnendes Geschäft. “Es ist manchmal besser, sicher aber billiger, Technikpatente zu kaufen als sie selbst zu entwickeln und vielleicht dennoch bis zu fünf nervenaufreibende Jahre mit einem Rechtsstreit um verletzte Patentrechte zu verbringen,” sagt Dan Warmenhoven, CEO von Network Appliance. Die Patente sollen nun für Entwicklung und Bau eigener NAS, SAN und FAS-Systeme zum Einsatz kommen.

Warmenhoven erklärt die Vorteile des Kaufs so: Beim Eigenbau werde ein Großteil an Zeit und Aufmerksamkeit damit verbracht zu beobachten, ob und wo eventuell ähnliche Techniken patentiert seien. Diese sehr aufwändige Arbeit falle bei gekauften Patenten, die in der Regel den Prüfungsprozess bereits durchlaufen haben, weg. Warmenhoven kann sich auch angesichts der Finanzlage seines Unternehmens vorstellen, mehr Patente “auf die eine oder andere Art” anzuschaffen.

Schließlich hätten Patente dreierlei Nutzen: “Einmal geben sie der Firma eine größere Freiheit, ihre Strategie und die dazugehörige Technik selbst zu bestimmen; zweitens verleihen sie dem Besitzer größeres Marktgewicht; drittens stärken sie seine Position beim Cross-Licensing und erweitern so die Zahl der Partner oft zu Gunsten des eigenen Unternehmens.”

Dieses Cross-Licensing ist für ihn ein gewichtiger Grund, warum er nur im äußersten Falle vor Gericht um Patente streiten würde: “Oft handelt es sich bei patentierten Techniken um solche Feinheiten, die bereits etabliert und lange in allen möglichen Produkten verbaut sind. Bei einem vermuteten Verstoß haben zunächst bei Bekanntwerden durch die eingereichte Klage beide Unternehmen einen leichten Image-Schaden zu verbuchen. Die nun folgenden Verhandlungsjahre enden dann sowieso meist in einem Vergleich und einem fest vereinbarten Cross-Licensing, da beide ihre Produktreihen nicht komplett umbauen wollen. Das ist ja das Ziel, das beide Anwaltsgruppen von Tag 1 an verfolgen. Ein teurer Streit.”