PC-Elektroschrott wird zum PR-Risiko

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Dell auf der Anklagebank

Die Hersteller von PCs, Röhrenbildschirmen und anderen elektronischen Geräten sehen sich in den USA wachsendem Druck ausgesetzt, sich um eine gefahrenfreie Entsorgung ihrer Produkte zu kümmern. Jetzt sorgt ein Bericht der ‘Silicon Valley Giftkoalition’ (SVTC) für Aufregung, die das Entsorgungssystem von Hewlett-Packard lobt und gleichzeitig dessen Konkurrenten Dell schwere Versäumnisse und Skrupellosigkeit vorwirft.

Dell hat seine Entsorgungsverpflichtungen an Unicor übergeben, ein spezialisiertes Unternehmen der US-Bundesjustiz. In den Strafvollzugsanstalten des Landes werden Häftlinge damit beschäftigt, Elektronik-Bauteile zu demontieren. Dabei, so kritisiert der Bericht, würden “primitivste Verfahren” eingesetzt, beispielsweise würden die Vakkumröhren von PC-Bildschirmen mit Vorschlaghämmern zertrümmert.

Die Häftlinge seien in keiner Weise vor Glassplittern und giftigen Dämpfen geschützt. Sie arbeiten zu Stundenlöhnen von 20 US-Cent bis 1,26 Dollar. Dell betont, die Vergabe der Aufträge an Unicor sei nicht allein aus Kostengründen erfolgt. Unicor selbst bestreitet, seine Beschäftigten einer Gefahr auszusetzen. Außerdem gebe es in den USA mehr als 500 Unternehmen, die Elektroschrott verwerteten. Für einen Vergleich HP und Dell heranzuziehen, sei unseriös.

Das Entsorgungskonzept von HP wird dagegen in dem SVTC-Bericht ausdrücklich gelobt. Die modernen Anlagen würden sowohl die Beschäftigten als auch die Umwelt schonen.